Ehemaliger Club in Cannabis-Farm umgewandelt: Drei Festnahmen

Ein ehemaliger Nachtclub in der schottischen Stadt Aberdeen ist zum Zentrum eines groß angelegten Drogenfalls geworden.

Drei Männer im Alter zwischen 31 und 36 Jahren wurden zu Haftstrafen verurteilt, nachdem sie die frühere Pearl Lounge in eine voll funktionsfähige Cannabisplantage umgewandelt haben sollen.

Bei einer Razzia im August vergangenen Jahres entdeckte die Polizei in dem Gebäude in der Dee Street mehr als 1.000 Marihuana-Pflanzen. Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Drogen wurde laut BBC auf umgerechnet über rund 980.000 Euro geschätzt.

Die Pflanzen erstreckten sich über zwei Etagen des ehemaligen Clubs. Nach Angaben der Ermittler fanden die Beamten beim Betreten des Gebäudes eine groß angelegte Anbauanlage vor.

Im Inneren herrschte starker Cannabisgeruch, zudem waren spezielle Beleuchtungs- und Belüftungssysteme installiert. Die Pearl Lounge war bereits 2014 endgültig geschlossen worden. Jahre später wurde das ehemalige Nachtlokal offenbar vollständig für den illegalen Anbau von Marihuana umfunktioniert.

Während des Polizeieinsatzes trafen die Beamten zwei der Männer dabei an, wie sie Töpfe mit Erde ausleerten. Ein dritter Mann wurde schlafend im Gebäude entdeckt. Nach Angaben der Polizei lebten alle drei Männer in dem ehemaligen Club.

Vor Gericht schilderten die Verteidiger unterschiedliche Hintergründe ihrer Mandanten. Einer der Anwälte erklärte, sein Mandant habe Schulden bei den Personen angehäuft, die ihn von Albanien nach Großbritannien gebracht hätten.

Ein anderer Anwalt argumentierte, sein Mandant sei von den Hintermännern der Operation als „billige Arbeitskraft“ ausgenutzt worden. „Er räumt ein, dass er zu diesem Zeitpunkt hätte gehen sollen, aber er machte sich Sorgen über mögliche Konsequenzen für seine Familie in Albanien, falls er dies tun würde“, erklärte einer der Anwälte laut Press & Journal.

Der Sheriff Court in Aberdeen wertete die Anlage als „umfangreiches Handelsgeschäft“. Die drei Männer wurden deshalb in der vergangenen Woche zu Freiheitsstrafen verurteilt. Sheriff Morag McLaughlin erklärte laut BBC News, dass eine Haftstrafe die einzige mögliche Konsequenz gewesen sei.

Ursprünglich waren drei Jahre Freiheitsentzug vorgesehen. Aufgrund der Schuldbekenntnisse der Angeklagten wurde die Strafe jedoch auf zwei Jahre reduziert.

Quelle: Mixmag

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