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Bald ist es schon ein ganzes Jahr. Daso, eigentlich Daso Franke, verstarb am 2. April 2018 an den Folgen seiner Krebserkrankung. Der deutsche DJ und Produzent ist für zahlreiche, hochwertige Releases bekannt und geliebt worden. Gleich mit seiner ersten Veröffentlichung „Daybreak“ auf dem Kölner Label My Best Friend landete er einen Volltreffer. Auch zwei Jahre später ging es weiter bergauf mit „Meine Idee“ auf Spectral Sound und natürlich nicht zu vergessen, „Meine“ – ein Track, der einem Produzenten vielleicht einmal in der Gesamtlaufzeit seiner Karriere gelingt und zudem eines meiner absoluten Lieblingswerke ist. Melancholisch, nachdenklich – Daso. 

Kurz vor seinem Tod stellte der Künstler sein letztes, bisher unveröffentlichtes Werk fertig. Lest selbst, die bewegenden Worte, von Connaisseur Recordings.

Wir kamen zum ersten Mal mit Daso in Kontakt, als wir ihn um 2006 live in der Dachkantine in Zürich auftreten sahen. Er hatte wirklich dieses Bühnen-Talent, das uns von Anfang an faszinierte. Auf dieser Party einigten wir uns auf die erste Veröffentlichung auf Connaisseur, die „Adventure EP“ mit der starken „Sam n Max“, was eine großartige Vorstellung von den vielen kommenden Veröffentlichungen war.
Daso war ein einzigartiger Charakter mit einem schönen Sinn für Humor und überraschenden Eigenarten, die für uns wie Wunder wirken könnten. In einem Moment würden wir uns Sorgen machen, dass er eine belebte Straße überquert und im nächsten Moment würde er die Bühne mit großem Selbstvertrauen und der Einstellung eines echten Rockstars rocken.

In unserer Geschichte von Connaisseur war er definitiv einer unserer wichtigsten Künstler, und einige seiner besten Musikstücke wurden bei uns veröffentlicht. Er spielte viele Labelabende, und gemeinsam genossen wir unzählige Lacher, entdeckten Städte und Länder auf Tourneen und sammelten wertvolle Erinnerungen.

Es ist der Weg der Welt, dass wir uns als Label schließlich auf neue Künstler konzentrierten, und auch Daso ging neue Wege. Wir blieben in Kontakt, auch wenn die Lücken zwischen unseren Kontakten mit der Zeit größer wurden.

Das erste Mal, als wir feststellten, dass Daso krank war, war im ersten Quartal 2016. Wir hatten ihn zu unserer Party zum 10-jährigen Jubiläum nach Berlin eingeladen, aber er fühlte sich nicht gut genug, um kommen zu können. Kurz darauf ging er zum Arzt und wurde mit Krebs diagnostiziert. Wir waren schockiert. Daso war immer so ein positiver Mensch, dass es für uns einfach nicht stimmte, dass jemand wie er krank werden konnte. Offensichtlich ein irrationaler und ungerechter Gedanke, aber es fühlte sich einfach so unfair an.

Als er mit der Chemotherapie begann, sprach ich mit ihm am Telefon, und mein Labelpartner Martin, der in Berlin lebt, gab ihm im Frühsommer dieses Jahres einen ersten Krankenhausbesuch. Etwas später besuchten wir ihn zusammen, und ja, er war optimistisch, immer noch voller Humor und motiviert, seine Karriere so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

Dieser Eindruck kam natürlich nur aus der Ferne, aber ich war erfreut zu sehen, wie selbstbewusst er sich nach all seinen Behandlungen bei den Sozialarbeitern präsentierte und wie er nach der Genesung wieder anfing, Konzerte zu spielen.
Irgendwann wurde mir klar, dass Daso eine Weile nicht mehr mit seinen Sozialpartnern aktiv war, was mich beunruhigte. Dies war im ersten Quartal 2018. Sein letzter Beitrag auf Facebook wurde am 30. November gemacht und ich wusste, dass dies kein gutes Zeichen sein konnte. Nachdem ich einige gemeinsame Freunde kontaktiert hatte, wurde mir gesagt, dass seine Aussichten nicht gut seien. Ich war im Begriff, an einem Osterurlaub teilzunehmen, wollte ihn aber auf meiner nächsten monatlichen Reise nach Berlin besuchen. Ich hatte keine Chance. Am Ostermontag, dem 2. April 2018, ist Daso gestorben.

Bei der Beerdigung von Daso, die an einem wunderbar sonnigen Tag im späten Frühjahr stattfand, kam sein Vater zu mir und fragte mich, ob ich vielleicht Interesse hätte, dieses Album zu veröffentlichen, das Daso in den letzten Monaten und Wochen seines Lebens fertig stellen konnte. Wir haben uns nicht auf die leichte Schulter genommen, da wir wussten, dass die Veröffentlichung eines Post-Mortem-Albums bestimmte Probleme aufwerfen kann. Am Ende haben wir uns jedoch darauf geeinigt, da wir uns aufrichtig bemühen, ein letztes Andenken für Dasos musikalisches Erbe zu schaffen.

Das selbstbetitelte Album Daso wird am 5. April auf Vinyl und digital veröffentlicht, drei Tage nach dem ersten Jahrestag von Dasos Tod.
Am 4. April findet im Berliner Plattenladen Latitude eine Releaseparty statt:
www.facebook.com/events/391192831669223

Tracklist:
01 Ambon (03:34min)
02 Danubian (03:16min)
03 Arpo (05:13min)
04 Elements (06:53min)
05 Burning Heart (06:27min)
06 Cotton feat. Anouk Visée (02:06min)
07 Hey Babe (02:56min)
08 Deeper (05:45min)
09 My Pony (03:34min)
10 X-Rays (04:53min)
11 Tango O Tango (07:53min)
12 Ecotranse (01:43min)