
Rotterdamer Festivals müssen sich auf deutliche Einschnitte bei den öffentlichen Fördermitteln einstellen. Geplant ist eine jährliche Kürzung um 656.000 Euro. Eine Petition des Kultur- und Festivalsektors fordert den Stadtrat deshalb auf, die Entscheidung zu überdenken.
Die Kürzung würde einer Reduzierung der Fördermittel für Rotterdam Festivals um 20 Prozent entsprechen. Die Organisation unterstützt Festivals in der gesamten Stadt. Mehr als 3.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet.
Die Kampagne läuft noch bis zum 4. November. Der Protest richtet sich dabei nicht nur gegen die Höhe der Kürzung, sondern auch gegen mögliche Folgen für unabhängige Veranstaltungen, die auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind.
Zu den betroffenen Akteuren zählt das Nous’klaer Festival. In einem Statement erklärte das eintägige Festival, öffentliche Förderungen ermöglichten es, Tickets erschwinglich zu halten und mit lokalen Künstlern sowie Organisationen zusammenzuarbeiten.
Zugleich würden solche Mittel Spielraum für künstlerische Entscheidungen schaffen, die sich nicht ausschließlich an kommerziellen Erwägungen orientieren. Festivals könnten dadurch Risiken eingehen und Konzepte verwirklichen, deren wirtschaftlicher Erfolg nicht von vornherein feststeht.
Für Nous’klaer habe Rotterdam Festivals zudem in diesem Jahr eine Bedeutung gehabt, die über finanzielle Unterstützung hinausging. Das Festival musste kurzfristig abgesagt werden. Die Organisation habe dem Team dabei geholfen, die schwierige Situation zu bewältigen.
Das Festival sieht darin ein Beispiel für die Bedeutung einer funktionierenden Festivalinfrastruktur. Rotterdam Festivals habe sowohl die Veranstaltung als auch die Stadt verstanden und deshalb konkret helfen können.
Im Statement verweist Nous’klaer grundsätzlich auf die Rolle kleiner Organisationen, Kollektive, Künstler, Veranstaltungsorte und Freiwilliger. Sie würden Räume schaffen, in denen Menschen zusammenkommen, neue Musik und Kunst entdecken und neue Ideen entstehen können.
„Rotterdam ist eine Stadt, in der Dinge noch von der Basis aus entstehen können“, heißt es. Gerade unabhängige Festivals seien Teil dieser Struktur und könnten nicht allein über Ticketverkäufe bestehen.
Die Petition warnt ebenfalls davor, dass eine geringere öffentliche Förderung das Überleben von Festivals in Rotterdam gefährden könnte. Gefordert wird deshalb, die geplante Kürzung zurückzunehmen und stattdessen in die Festivalinfrastruktur der Stadt zu investieren.
Nous’klaer richtet dabei einen grundsätzlicheren Appell an den Stadtrat: „Eine Stadt braucht Raum für Dinge, die noch nicht offensichtlich sind.“ Unterstützt werden kann die Petition HIER.
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Quelle: Resident Advisor
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