Lophophora_williamsii_pm

Was hat ein Kaktus mit Meskalin zu tun?


Einige von euch werden den Ausdruck Meskalin kennen, aber vielleicht nicht wissen, was sich dahinter verbirgt und auch nicht wissen, was der Peyote-Kaktus damit zu tun hat. Meskalin auch bekannt als Mescalin oder 3,4,5-Trimethoxyphenethylamin ist ein Naturstoff, der in verschiedenen Kakteen vorkommt. Meskalin wurde aus dem bekanntesten Vertreter – dem Peyote-Kaktus (lateinisch Lophophora Williamsii) isoliert. Mescalin kann aus Kakteen mittels Extraktion gewonnen werden, es lässt sich aber auch synthetisch herstellen. 2C-B ist ein vollsynthetisches Derivat des Meskalin und wurde von Alexander Shulgin im Jahre 1973 erstmalig hergestellt.

Die Liste der meskalinhaltigen Pflanzen ist lang, deren bekannteste Hauptvertreter allerdings sind der Peyote- und der San Pedro-Kaktus. Letzterer ist ein südamerikanischer Säulenkaktus, dessen Meskalingehalt je nach Herkunft und Sorte stark variieren kann (0,5 – 6 % bezogen auf die Trockensubstanz). Der San Pedro hat mehrere (vier bis zwölf) Längsrippen und in freier Natur werden manche Exemplare bis zu sechs Meter hoch. Das Gewächs treibt seine Blüten in der Nacht aus und manchmal entstehen große rote Früchte. Seine rituelle Verwendung als sakrale Droge und Heilmittel ist durch archäologische Funde bestätigt und fand schon vor mindestens 2.000 Jahren statt.

Die Wirkung von Meskalin auf den Körper
Schon in den 1930er Jahren versuchte man in Erfahrung zu bringen, was mit dem eingenommenen Meskalin im Körper passiert. Unter anderem stellte man fest, dass rund zwei Drittel des aufgenommenen Meskalins unverstoffwechselt wieder ausgeschieden wird. Die orale Dosierung von Meskalin-Hydrochlorid beträgt ungefähr 180 bis 360 mg, je nach persönlicher Konstitution. Nach etwa 30 bis 90 Minuten verspürt man meistens eine reihe negativer Symptome, wie z. B. Erbrechen, Schwitzen, Kopfschmerzen, verändertes Themperaturempfinden, allgemeines Unwohlsein sowie erweiterte Pupillen.

Die Wirkung von Meskalin auf die Psyche
Zu diesen körperlichen Effekten paaren sich psychische Veränderungen wie Veränderung der Wahrnehmung (meistens Euphorie), Veränderung der sensorischen Wahrnehmung, vor allem visuell-elementare Veränderungen (Visuals) und ein verändertes Körpergefühl, außerdem Angst und Schwierigkeiten beim Denken. Normale Gegenstände können sich in Objekte von unbeschreiblicher Schönheit verwandeln und Geräusche, sowie Musik, werden oft als eine Farbsinfonie empfunden. Besonders bei geschlossenen Augen können akustische Reize eine gewaltige Farben- und Mustervielfalt mit sich bringen. Auch von taktilen, auditorischen sowie gustatorischen Veränderungen respektive Täuschungen wurde gelegentlich berichtet. Die Wirkung dauert etwa zehn bis zwölf Stunden an.

Obwohl Mescalin vielerorts als Halluzinogen bezeichnet wird, darf dieser Begriff streng genommen nicht dafür verwendet werden, die Wirkung des Meskalins zu beschreiben: Eine halluzinogene Wirkung liegt dann vor, wenn das Objekt nicht mehr in der Lage ist, zwischen künstlich veränderter Wahrnehmung und der „Realität“ zu unterscheiden. Zutreffender isr, Meskalin als Psychedelikum zu bezeichnen.

Wissenswertes über Meskalin und seine Drivate: die 2C-X – Gruppe
Strukturverwandt mit Mescalin ist das 3-Methoxy-4,5-methylendioxyamphetamin (MMDA), welches nach Einnahme von Myristicin, einem Inhaltsstoff des Muskatnussöls, möglicherweise als Stoffwechselprodukt entsteht. MMDA ist das Methoxy-Analogon des 3,4-Methylendioxyamphetamins (MDA). Auch sind 3,4,5-Trimethoxyamphetamin (TMA), 2,4,5-Trimethoxyamphetamin (TMA-2) und 2,4,6-Trimethoxyamphetamin (TMA-6) bekannte Amphetamin-Analoga des Mescalins mit ähnlich psychedelischer Wirkung. Der Mescalingrundkörper war Vorlage für die Entwicklung der 2C-Stoffgruppe sowie Vertreter der Dimethoxyamphetamine (Quelle: Wikipedia)

2C-B und Alexander Shulgin – Der Vater der Phenethylamine:
2C-B ist ein Aphrodisiakum und sehr eng mit Meskalin verwandt. 1974 synthetisierte Alexander Shulgin 2C-B erstmals, ein Jahr später erscheint die zugehörige Publikation (Shulgin AT, Carter MF. „Centrally Active Phenethylamines.“ Psychopharm. Commun. 1975; 93-98). Am 25. Juni 1975 testet Shulgin 2C-B im Selbstversuch, dessen psychoaktive Eigenschaften beschreibt er als „wunderschön aktiv“. Anders als Timothy Leary oder Terence McKenna, hat Alexander Shulgin nie versucht, andere für psychedelische Drogen zu bekehren. Stattdessen „erfindet“ er neue psychoaktive Substanzen, lässt Experimente laufen, um ihre pharmakologischen Effekte festzustellen und veröffentlicht seine Rezepte. Dies sind in der Regel Phenethylamine. Seine Synthese von MDMA (3,4-methylenedioxymethamphetamine), auch bekannt als „Ecstasy“, ist das bekannteste Resultat seiner Arbeit. Aber er stellte auch dutzende anderer psycho-aktiver Mittel, einschließlich DOM (2,5-dimethoxy-4-methylamphetamine) und 2C-B her.

Nach dem Verbot von MDMA 1985 wurde in den späten 1980er Jahren 2C-B teilweise als Ersatzstoff für MDMA in Ecstasy verwendet und erreichte dadurch eine gewisse Popularität. Bis Ende der 1990er wurde es durch die Leipziger Firma Drittewelle hergestellt und unter dem Markennamen Nexus (Venus, Bromo, Erox) als Aphrodisiakum vertrieben, bis 2C-B im Jahre 1994 verboten wurde.

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