Fuckparade abgesagt: Darum findet sie in diesem Jahr nicht statt

Fuckparade abgesagt: Darum findet sie in diesem Jahr nicht statt. Foto-Quelle: Instagram

Sie ist ein fester Bestandteil der deutschen und vor allen Dingen der Berliner Technokultur: die Fuckparade. Jetzt haben die Veranstalter die Parade abgesagt, in Zeiten, in denen derartige Demos zum Erhalt und Schutz der Clubkultur und gegen Gentrifizierung umso wichtiger sind. Lest hier, warum.

Gerade erst berichteten wir über die Absage der Techno Parade in Paris, quasi der französischen Variante der Loveparade oder ihres Nachfolgers der Rave The Planet Parade, da hagelt es auch schon die nächste Absage einer Parade. Dieses Mal trifft es ein Berliner Urgestein, die Fuckparade.

Einst als Gegenbewegung zur Loveparade entstanden, vertritt die Rave-Demo durch die deutsche Hauptstadt seit 28 Jahren die Interessen des Undergrounds und positioniert sich mit harter elektronischer Musik sowie politischen Statements für die Belange der unkommerziellen Rave-Bewegung.

Sie wurde Gegenstand vieler wissenschaftlicher Arbeiten rund um die Pop- und Technokultur sowie deren politischen Potenzial. Internationale Bekanntheit erlangte die virale Kultfigur des Techno Vikings, der während der Fuckparade im Jahr 2000 gefilmt wurde und Jahre später unfreiwillig die popkulturelle Internetwelt eroberte.

Während die große Techno Parade in Paris mit Budget-Problemen zu kämpfen hat, fällt die wesentlich kleinere, unkommerziellere Fuckparade aus anderen Gründen aus. Für Anhänger gibt es dennoch eine Alternative, mit der die Veranstalter wiederum auch den Ausfall der Parade in diesem Jahr begründen.

Man habe die Fuckparade 2025 eigentlich für den 13. September geplant. Genau an diesem Datum findet jedoch, ebenfalls in Berlin, eine andere Rave-Demo mit gleichen Inhalten statt. Das Kollektiv Kirsch veranstaltet schon seit einigen Jahren die „Tanzdemo – Wem gehört die Stadt?“.

Die Fuckparade im vergangenen Jahr, damals am 14. September:

In diesem Jahr wären beide Demos also auf das selbe Datum gefallen, weswegen das Kollektiv Kirsch die Fuckparade angeschrieben habe. Die Veranstalter der Fuckparade entschieden sich daraufhin, die eigene Veranstaltung in diesem Jahr abzusagen.

Die Fuckparade via Instagram: „Wir wollten nicht zwei konkurrierende Demos zum selben Thema machen, Ausweichtermine waren alle durch Festivals belegt, darum haben wir beschlossen, dieses Jahr KEINE Fuckparade zu veranstalten, sondern zur Teilnahme bei ,Wem gehört die Stadt‘ aufzurufen.“

Der originale Post der Fuckparade auf Instagram:

In den Kommentaren zeigen sich Anhänger der Parade dennoch enttäuscht, obgleich der Alternative zur Fuckparade. Die Reaktionen reichen von „Sad“, „no way“, „das trifft hart!“, „Das(s) sie dieses Jahr nicht stattfindet ist wirklich traurig“ hin zu „Rip“ und weiteren Bedenken, dass die Absage das endgültige Aus der Fuckparade bedeuten könnte. Ein Nutzer: „Und wir verlieren die letzte Parade, wo es noch gute Musik gab. Jedes Jahr wird’s leiser und eingeschränkter.“

Die Alternative, die Tanzdemo – Wem gehört die Stadt?

In Berlin gibt es zwar gleich mehrere Technoparaden und Rave-Demos über das Jahr verteilt, einige Anhänger der Fuckparade scheinen jedoch einen ganz starken Bezug zu genau dieser zu haben, unter anderem wegen der harten Musik, wie man in den Kommentaren herauslesen kann.

Im August ziehen jedenfalls noch die Hanfparade und der Zug der Liebe durch die Hauptstadt. Eine Übersicht über weitere Techno-Demos, die in diesem Jahr noch stattfinden, erhaltet ihr hier.

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