Am heutigen Pfingssonntag, den 27. Mai, kann sich die Partygemeinde im Ruhrgebiet über das erste PollerWiesen Festival in Dortmund freuen. Das LineUp ist mehr als ansprechend, sind doch u.a. DJ Koze, Pan-Pot, Butch, Matthias Kaden, Marek Hemmann und Moonbootica am Start, um von 11:00 bis 22:00 Uhr für ausgelassene OpenAir-Stimmung im Revierpark Wischlingen zu sorgen.
Auch Fritz Kalkbrenner wird mal wieder eines seiner Live-Sets zum Besten geben, und anlässlich dieses Ereignisses haben wir dem Berliner ein paar schnelle Fragen gestellt.

Vom Musikjournalisten zum erfolgreichen Produzenten. Wie sehr hat dich diese Entwicklung in deinem musikalischen Output geprägt? Gibt es ein paar Regeln, um bei Musikredaktionen ‚hängen zu bleiben‘?
Neben dem vielbeschworenen Mantra „Qualität beim Output“ ist ein sympathisch geschriebener Waschzettel, der auf Worthülsen und Plattitüden verzichtet, schon mal ein guter Start. Ein Musikredakteur hat ja immer einen ganzen Haufen an neuen Platten auf dem Tisch liegen. Da ist der erste Eindruck wichtig, und wenn in der Vorstellung in verschwurbelten Wortkonstrukten der Künstler und seine Platte schon vorab über den grünen Klee gelobt werden, macht das die meisten Leute vom Fach schnell argwöhnisch.

In vielen deiner Tracks spielen deine eigenen Vocals eine wichtige Rolle. Das ist für den “typischen“ Techno jedoch ziemlich ungewöhnlich. Wo siehst du dich genre-spezifisch? Könntest du dir auch zukünftig eine Tour als Sänger mit Band vorstellen?
Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, Livegesang in meine Show mit einzubinden. Früher oder später wird das dann auch der Fall sein, aber gänzlich auf eine Performance mit einer Band umzuschwenken, kann ich mir derzeit nicht vorstellen. Dafür ist meine Verbindung mit elektronischer Musik schon zu lange gediegen. Da heißt es ja : Love the machines! Aber ich will nichts ausschließen.

Die Remixkultur ist grade im elektronischen Musikbereich ein wesentlicher Bestand. Jetzt gibt es zu deiner ersten Mix-CD “Suolmates“ eine EP mit einem exklusiven Remix von “Right In The Dark“. Was sind für dich die grundlegenden Auswahlkriterien, damit ein anderer Künstler deine Songs Remixen darf? Bekommst du auch selbst viele Remix-Anfragen, und gibt es Tracks, die du gerne selber remixen würdest?
Das kommt meistens über den kurzen Behördenweg zustande. Leute, die ich persönlich kenne, mag und deren Arbeit ich schätze, frage ich, ob sie einen Remix machen möchten. So einfach ist das. Reine geschäftsbasierte und geldorientierte Remixjobs sind nicht so mein Ding. Selber habe ich ja bis dato keinen einzigen Remix in meinem Leben gemacht. Es hat sich einfach noch nicht ergeben. Wenn aber Hi Records oder Capitol oder wer auch immer gerade der Rechteinhaber der alten 74er Sachen von Al Green ist, mir die Einzelspuren schickt, bin ich ganz fix damit im Studiokeller.

Du bist momentan viel auf Tour, ob im Club oder auf Festivals. Hast du da überhaupt noch genügend Zeit, selbst im Studio zu produzieren oder entstehen deine Tracks zwischen Flughafen und Gig? Stimmt das Gerücht, dass es Ende des Jahres ein neues Studioalbum von dir geben soll?
Es stimmt schon: Touren und Spielen rauben schlichtweg eine Menge Zeit. Glücklicherweise habe ich es geschafft, genügend davon zu finden, um das Album in Skizzen anzulegen. Dafür geht gerade jede freie Minute drauf. Gerade eben vor dem Interview habe ich einen weiteren Songtext fertig gemacht.

Beim PollerWiesen Festival in Dortmund kann man sich auf ein Live- Set von dir freuen. Worauf können sich die Besucher einstellen? Weißt du schon, mit welchem Track du starten wirst?
Das entscheidet sich immer vor Ort. Ich habe natürlich Favoriten, aber das kann man nicht immer so durchziehen, wie man möchte. Außerdem: Mich quält eher die Frage, wie ich die Nummer spiele, als welche. Es hat eben Vor- und Nachteile kein DJ zu sein. Fest steht aber, dass ich sehr gespannt bin auf das Event und wir bei hoffentlich bestem Wetter einen tollen Tag erleben werden.

www.pollerwiesen.org