Hafenklang Hamburg: Resultat der Crowdfunding-Rettungsaktion

Hafenklang Hamburg: Resultat der Crowdfunding-Rettungsaktion. Quelle: Facebook

Erst Mitte August berichteten wir über die ins Leben gerufene Rettungskampagne zum Erhalt des Kult-Clubs Hafenklang in Hamburg. Jetzt folgt das Aufatmen: Der Club wurde durch die Kampagne gerettet. Das Spendenziel wurde sogar mehr als übertroffen.

160 000 Euro sind bei der Spendenaktion zum Erhalt des alternativen Hamburger Clubs, in dem von Punk bis Electro verschiedene Musikrichtungen gespielt werden, zusammengekommen. Das Spendenziel der über das Startnext-Portal eingerichteten Crowdfunding-Aktion „Broke But Dope“ lag bei 100 000 Euro. Dieses Ziel wurde bereits nach 48 (!) Stunden erreicht, 60 000 kamen in den beiden Wochen darauf zustande. Die läuft noch bis 20. September. Rosa Muminovic, Mitglied des Vereins, der der Hafenklang betreibt, gegenüber Szene Hamburg: „Unsere Notlage hat sich in der Szene schnell herumgesprochen, da wurde nicht lange gefackelt, um uns zu unterstützen und gespendet, dass uns ganz schwindelig wurde.“ Die Spendenbereitschaft habe die Mitglieder des Vereins wortwörtlich umgehauen. Sie hätten zwar gewusst, dass sie eine große Community haben, aber nicht damit gerechnet, dass so schnell eine so hohe Summe zusammenkommt.

Mit der Crowdfunding-Kampagne hatten sich die Betreiber an die Öffentlichkeit gewendet, um eine mögliche bevorstehende Insolvenz der Kultstätte abzuwenden. Diese möchte demnächst 30-jähriges Jubiläum feiern, ohne die hohe Spendenbereitschaft wäre dieses aber gar nicht erst möglich gewesen. Das Abwenden einer Insolvenz scheint jetzt vorerst mal erreicht, auch wenn man weiter knapp haushalten müsse und das langfristige Überleben des Clubs durch die Kampagne trotzdem nicht in jedem Fall gesichert ist. Man sei sich der hohen Verantwortung, die man beim Wirtschaften mit dem gespendeten Geld habe, allerdings bewusst. Schließlich soll die Spendenaktion nicht umsonst gewesen sein.

Außerdem dauere es bis zur Auszahlung des Geldes noch eine Weile. Die Crowdfunding-Aktion läuft schließlich noch bis zum 20. September. Danach gebe es Wartedauer von 21 Tagen, bis das Geld ausgezahlt werde. Davon würden 19 Prozent versteuert. Im Anschluss könne man aber nach Monaten als alternativ ausgerichtete Location endlich wieder Künstler buchen, die als Nischenmusik oder Newcomer gelten, die für den Verein daher ein finanzielle Gefahr bergen, falls nicht genügend Tickets für die jeweiligen Veranstaltungen verkauft werden. Ein weiteres Problem stellt der auslaufende Mietvertrag des Hafenklangs, der auf dem Hamburger Gelände des Holzhafens liegt, im Jahr 2029 dar. Der Hafenklang-Verein dazu gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Viel zu oft bleibt vielfältiges, lebendiges Kulturleben zugunsten von Investmentblasen auf der Strecke. Inzwischen sieht bereits der komplette Holzhafen charakterlos und uniform aus. Bis auf die Hausnummer 84.“ (Anm. der Redaktion: in der Hausnummer 84 ist der Hafenklang beheimatet).

Von der Politik wünsche man sich eine kulturelle Gleichstellung mit Konzert- und Theaterhäusern und sehe sich als Institution der zweiten Klasse abgestuft. Dann würde es auch andere finanzielle Möglichkeiten für Einrichtungen wie dem Hafenklang geben, die das kulturelle Angebot und die Vielfalt der Ausgehmöglichkeiten in Städten wie Hamburg bereichern.

Hier geht es zu der Startnext-Crowdfunding-Kampagne, die noch bis zum 20. September läuft.

Quellen: szene-hamburg.com, abendblatt.de, taz.de

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