„Hört auf zu filmen“ – Techno-DJ Cloudy protestiert und erntet Kritik

Cloudy hat mit einem Instagram-Post eine hitzige Diskussion innerhalb der Rave- und Clubszene ausgelöst. Die DJ veröffentlichte ein Bild, auf dem sie ein Schild mit der Aufschrift „Hört auf zu filmen, fangt an zu tanzen“ in die Kamera hält.

Der Beitrag verbreitete sich schnell in sozialen Netzwerken und sorgte unter Ravern für zahlreiche Reaktionen. Cloudy stellte später klar, dass sie grundsätzlich nichts gegen Fotos oder kurze Videos auf Festivals und Raves habe.

Sie halte selbst gelegentlich Momente fest, sehe aber zunehmend ein Ungleichgewicht auf vielen Veranstaltungen. „Wir müssen anfangen, wieder mehr im Moment zu leben“, erklärte sie in ihrem Statement.

Besonders problematisch sei für sie, wenn Besucher nahezu das komplette Set durch ihr Smartphone erleben würden.

„Versteht mich nicht falsch. Natürlich ist es okay, ein paar Bilder auf einem Festival oder einem Rave zu machen. Das mache ich selbst. Aber manchmal fühlt es sich so an, als beschäftige sich die Crowd ein ganzes Set lang nur mit dem Smartphone.“

Für Cloudy verändert diese Entwicklung direkt die Atmosphäre auf dem Dancefloor. „Ganz ehrlich? Das killt die Energie. Vor allem, wenn Leute nicht die No-Phone-Policies respektieren, nur um Fotos für Social Media zu machen.“

Die DJ verweist dabei auch auf Veranstaltungen, bei denen Smartphone-Kameras bewusst abgeklebt werden. „Ich spiele auf vielen Events, wo Smartphone-Kameras aus gutem Grund überklebt werden. Raves sollen sich frei anfühlen.“

Besonders wichtig sei für sie die unmittelbare Verbindung zwischen Künstlern und Publikum. „Einige meiner Lieblingsmomente hinter den Decks ist, wenn ich in die Menge schauen und Menschen tanzen wirklich miteinander.“

Cloudys Aussagen treffen damit einen Nerv innerhalb der elektronischen Szene, in der häufig über Präsenz, Aufmerksamkeit und das gemeinsame Erlebnis diskutiert wird. No-Phone-Policies sind ein ständiger Begleiter dieser Debatten.

Zum Abschluss ihres Statements formulierte sie ihre Haltung besonders deutlich: „Die schönsten Moment in Deinem Leben müssen später nicht nochmal in 4K angeguckt werden.“

Dabei stößt sie nicht nur auf Gegenliebe. Ein User in den Kommentaren bezeichnet ihr Statement als Doppelmoral:

„Deine Leute haben immer 100 Kameras vor Ort, um alles und jedes zu filmen. Was soll das? Ich sehe hier nur Kommentare von Leuten, die ihr zustimmen, aber die filmen doch alle mehr als nur das Tanzen.“

Ein weiterer Nutzer merkt an: „Ok, einverstanden. Aber ohne das Filmen gäbe es viele Künstler heute einfach nicht.“ Unterstützung erhält Cloudy u. a. auch aus dem Kreis ihrer Kolleginnen und Kollegen, darunter Charlotte de Witte, Clara Cuvé, Cara Elizabeth, Nusha und Deborah de Luca.

 

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