Mit „Disco Cubizm“ öffnete sich Nicolas Chaix alias I:Cube das Tor in die Welt der Clubmusik. 1996 erschien die 12“, die einen Remix von Daft Punk an Bord hatte – für die sich ebenfalls zu dieser Zeit viele Tore öffneten – und so ein großes Publikum erreichte inkl. Einstieg in die französischen Charts. Versatile Records hieß das Label, auf dem dieses Werk erschien und Versatile heißt es auch heute noch, wenn er nun sein neues Album „M“ Megamix veröffentlichen wird.

In heutigen Zeiten, die geprägt sind von einer fast schon inflationären Label-Schwemme, ist es schon äußerst bemerkenswert, dass man so eine Treue vorweisen kann wie I:Cube. Sein „Disco Cubism“ war der Startschuss für das Imprint und bis heute sind dort alle seine Solo-Platten schienen. Es ist mehr als nur eine einfache Geschäftspartnerschaft, die er mit Betreiber Gilbert Cohen alias Gilb’R pflegt. Es ist Freundschaft geworden und längst machen sie auch gemeinsam Musik als Château Flight. „Ich traue diesem Kerl vom ersten Tag an und weiß, dass wir in eine gemeinsame Richtung gehen. Versatile gibt es nun seit über 15 Jahren, das hat schon eine gewisse Bedeutung. Und darüber hinaus ist mir auch der lokale Paris-Faktor sehr wichtig.“ Damit entfallen für ihn auch logischerweise evt. Ambitionen ein eigenes Label zu führen. Seine Energie kann er so auf die Musik fokussieren und es fehlen ihm eh‘ gewisse Fähigkeiten so eine Aufgabe zu meistern, legt Nicolas noch nach.

Diese Energien hat er nun in sein neues Werk gesteckt, das den etwas widersprüchlichen Titel „M“ Megamix trägt. Denn keineswegs ist das hier eine Art Best-Of, sondern komplett neues Material (bis auf die schon erschienene Single „Lucifer En Discotèque“), das nur als durchgängiger Mix veröffentlicht wird. 24 Tracks, die mal kürzer, mal länger sind und einen großen Bogen an Tanzmusik spannen. Die Idee war eher Zufall, es steckte keine langgehegte Absicht dahinter: „Nichts war wirklich geplant, aber ich bin sehr glücklich mit dieser Formel. Tracks sammeln und zusammenzufügen ist für mich tägliche Routine, es hat mich fünf Minuten gekostet, eine vage Tracklist namens ‚M’ Megamix zu erstellen und daraus hat sich dann eben diese Idee entwickelt. Warum kann Dance-Musik nicht gleichzeitig einfach und aussagekräftig sein?“ Auf der Suche nach dieser dann doch recht plötzlich aufgetauchten Formel sind dennoch einige Jahre seit dem letzten Solo-Album vergangen, bloße Wiederholung oder ein Album um jeden Preise kamen für ihn nicht in Frage. Der Entstehungsprozess schließlich verlief zeitlich recht unterschiedlich: „Einige Tracks habe in ich wenigen Minuten erledigt, andere entwickelten sich im Laufe der Jahre, aber letztlich war es ein Frage des Instinkts. Zurück zum Sampling, irgendwie etwas, was ein bisschen verschwunden ist.“

Präsentiert wird „M“ Megamix übrigens als Live-Show, die I:Cube eigens dafür gerade entwickelt und probt, hat er doch bisher nur aufgelegt. „Für mich ist es die beste Möglichkeit, mein Album zu präsentieren. Anstatt Platten von irgendjemandem anders zu nehmen, versuche ich eben meine Musik zu spielen und darauf unmittelbare Reaktionen zu bekommen.“ Premiere ist am 27. Mai auf dem Vilette Sonique Festival in Paris, es werden weitere Shows folgen. Später im Jahr wird eine neue Single von Château Flight veröffentlicht und dann geht es wieder auf Formelsuche: „Ich möchte versuchen, mehr seltsame und unerwartete Formen in Dance-Musik einzubringen. Und es nicht zu ernst nehmen.“

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