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Immer mehr Heroin-Tote


Das Buch und den Film „Christiane F – wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ dürften viele unter euch kennen. Die Geschichte der jungen Berlinerin Christiane Felscherinow aus Berlin-Gropiusstadt, die 1974 erstmals mit Drogen in Berührung kam, war in den 1980er Jahren das Buch der Jugendkultur in Deutschland. Heroin war nach diesem Buch so präsent wie wohl nie wieder. Aktuell redet kaum jemand über Heroin oder ‚den Goldenen Schuss‘ – XTC, Khetamin, Speed, LSD und Kokain sind weitaus öfter in der Presse. Umso überraschender ist die Meldung, dass sich die Zahl der Herointoten in den USA vervierfacht hat und unter den Drogentoten besonders viele Frauen sind.

Binnen zehn Jahren hat sich die Zahl der Drogentoten in den USA vervierfacht. Zuletzt starben 8200 pro Jahr. 520.000 Menschen waren 2013 in den USA abhängig, eine Verdreifachung gegenüber 2007. In West Virginia ist es besonders schlimm. Mit 34 Drogentoten je 100.000 Einwohnern liegt die Region mehr als 150 Prozent über dem US-Durchschnitt. Seit 2010 erlagen in dem kleinen Bundesstaat 2900 Menschen den Folgen des Konsums. Bei einer Bevölkerung von nur 1,8 Millionen Bewohnern. Zur Einordnung: In Deutschland mit seinen 82 Millionen Einwohnern gab es im vergangenen Jahr 1032 Drogentote.

Wie Focus Online berichtet, ist Tom Frieden, Direktor der staatlichen Gesundbehörde CDC, beunruhigt, denn die Droge kenne keine demografischen und gesellschaftlichen Grenzen mehr. Der höchste Anstieg beim Konsum wurde zuletzt bei Menschen mit hohem Einkommen und privater Krankenversicherung in den Mittelstandsvierteln weißer Vorstädte verzeichnet. Darunter auffällig viele Frauen. Die Gründe dafür sind hausgemacht. Bis vor Kurzem verschrieben Ärzte in den USA auch gegen Allerweltssymptome im Übermaß harte Schmerzmittel wie Oxycontin. 259 Millionen Rezepte wurden allein im vergangenen Jahr ausgestellt. Das hochwirksame Opiat hat Hunderttausende süchtig gemacht, der Gesetzgeber schritt erst spät ein. Die Pillen wurden verknappt, Ärzte und Kliniken an die Kette gelegt. Aber für viele Patienten kam das zu spät. Sie hatten schon bei einem chemisch sehr ähnlichen Ersatz Zuflucht gesucht: Heroin.

Mexikanische Drogenkartelle spürten die Nachfrage früh. Sie erhöhten laut Drogenfahndung DEA die Produktion und erschlossen sich mit Dumpingpreisen immer größere illegale Märkte. Kostet Oxycontin heute oft 50 Dollar pro Pille, so ist die Einzeldosis Heroin in vielen Städten für sechs Dollar zu haben – die Hälfte von dem, was man in Manhattan für eine Schachtel Zigaretten hinlegen muss. Für die Kartelle bleiben dennoch obszöne Gewinnspannen. Ein Kilo Heroin kostet südlich des Rio Grande in der Herstellung 5000 Dollar, berichteten Drogenfahnder. „Ein geschickter Dealer in Philadelphia oder New York kann den Verkaufswert durch Strecken auf 300.000 Dollar hochtreiben.“

Dass Heroin auch bei uns ein Revival erleben wird, ist allerdings nicht anzunehmen…. das hier ist Heroin.

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