
Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben junge Menschen in Schwerin auf fehlende Räume für Jugendkultur aufmerksam gemacht. Am Samstag fuhr eine eigens gestaltete Straßenbahn als Techno-Tram durch die Stadt – mit DJs, Musik und Flyern für eine anschließende Kundgebung.
Die Route führte vom Haselholz durch die Innenstadt über den Marienplatz bis nach Lankow und zurück ins Zentrum. Während in der Bahn elektronische Musik lief, verteilten freiwillige Helfer an den Haltestellen Flyer und warben für die Demonstration am Bertha-Klingberg-Platz. Um den regulären Verkehr nicht zu stören, blieben die Stopps jeweils nur sehr kurz.
Ursprünglich sollte die Techno-Tram als offene Mitfahr-Aktion funktionieren. Wegen versicherungs- und haftungsrechtlicher Fragen musste das Konzept jedoch kurzfristig angepasst werden. Stattdessen wurde die Bahn zum rollenden Werbeträger für die Kundgebung.
Dort versammelten sich am Abend rund 350 Menschen. Neben Musik und Redebeiträgen stand vor allem die Forderung nach mehr Raum für junge Kultur im Mittelpunkt. Die Organisatoren wollen auf fehlende Orte für kreative Projekte, Veranstaltungen und selbstbestimmte Jugendkultur in Schwerin aufmerksam machen.
Die Aktion stieß bereits im Vorfeld in sozialen Medien auf große Resonanz. Viele der Helfer kamen nicht aus Parteistrukturen, sondern über Freundeskreise und Online-Aufrufe zusammen. Die Techno-Tram soll deshalb nicht einmalig bleiben: Für die Zukunft hoffen die Initiatoren, das Format doch noch als öffentliche Mitfahr-Aktion umsetzen zu können.
Foto: Metrophil44
Auch interessant: