
Nach dem Tod von Joachim „Cassius“ Clemens, Gründer der saarländischen Club-Institution Flash St. Wendel, ist die Bestürzung in der Szene groß. Seine Anteilnahme ausgesprochen hat auch der langjährige Weggefährte Cassius‘, Peter Cornely alias Karotte, den wir für ein Statement und seine Erinnerungen an den verstorbenen Visionär erreichen konnten.
„Ich kenne Cassius schon seit Mitte der 80er, als ich noch als Teenager in sein „altes“ Flash gegangen bin. Als meine Freunde und ich Anfang der 90er unsere wöchentlichen Techno-Partys auf dem Schwimmschiff in Saarbrücken veranstalteten, kam auch Cassius immer mal vorbei. Irgendwann sprach er mich dann an und meinte, dass er diese coole neue Musik auch in seinem „neuen“ Flash haben wolle. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, das Ganze dort alle zwei Wochen samstags zu machen.
Natürlich wollte ich das – ich fand die Herausforderung spannend, einen so großen Club im weit von der Hauptstadt entfernten kleinen Städtchen St. Wendel zu bespielen. Wir haben ordentlich rangeklotzt, mit fetten Line-ups und tollen Flyer-Booklets – für das kleine Saarland waren wir damit unserer Zeit weit voraus. Und Cassius hat das alles bezahlt, einfach weil er Bock drauf hatte. Es wurde noch größer, als wir zusätzlich alle paar Monate riesige Events in seiner KuFa gemacht haben. So war er: immer offen für Neues und bereit, es durchzuziehen – egal, was es kostete.
Ich habe das an ihm sehr geschätzt, diese Neugier auf Neues und darauf, was gerade passierte. Er hat uns jungen Wahnsinnigen einfach machen lassen.
Mit ihm geht ein großer Impresario der aufkommenden Techno-Welt im Saarland – und auch im Rest Deutschlands.Ich bin ihm für alles, was er damals für uns getan hat, bis heute sehr dankbar. Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich nicht so schnell bekannt geworden.
Ich werde dich vermissen, mein Freund!“
Foto Karotte: Jess Nixon
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