„Kein Hass nur Bass“ – Techno-Initiative plant Tanzdemo durch Köln

„Kein Hass nur Bass“: Techno-Initiative plant Tanzdemo für Köln. Foto: Zug der Liebe. Credit: Jens Schwan | THE CLUBMAP

Kein Hass nur Bass – das ist nicht nur der Name einer Techno-Initiative aus der Domstadt Köln, sondern gleichzeitig auch ein Versprechen an die Szene. Der Zusammenschluss setzt sich für eine inklusive, ausgrenzungsfreie elektronische Musikkultur ein und plant dazu zahlreiche Projekte. Neben der Teilnahme mit eigenem Wagen am Zug der Liebe in Berlin möchten die Initiatoren in Köln eine eigene große Tanzdemo ins Leben rufen, die 2026 stattfinden soll. Wir haben Näheres dazu erfahren.

Seit jeher steht die Technokultur für Offenheit, Toleranz, Vielfalt und Gemeinschaft. Was unter anderem die Loveparade seit 1989 als Grundidee in der Szene verankerte, setzen ähnliche Veranstaltungsformen heutzutage vor. Doch was ist, wenn sich das gesellschaftliche Klima verändert und Narrative die das Gegenteil dieser Zusammenhalt und Diversität fördernden Werte erstarken, sodass Spaltung immer öfters stattfindet und auch die die elektronische Musikwelt und ihre freiheitlichen Strukturen bedroht sind? Die Antwort liefert etwa der Zug der Liebe in Berlin seit 2015 oder auch die Tolerade in Dresden, ebenfalls seit 2015. In sich politisch ändernden Zeiten wollen diese Rave-Demos nicht einfach nur Plattform zum Feiern sein, sondern gleichzeitig auch wichtige Botschaften aussenden.

In diesem Jahr feiert der Zug der Liebe in Berlin sein zehnjähriges Jubiläum – eine Dekade der Verknüpfung aus elektronischer Musikkultur und politischen Botschaften. Hier erfahrt ihr, welche Teilnehmer in diesem Jahr dabei sind.

Einer der Teilnehmer, kommt extra aus Köln, um für Offenheit, Toleranz, Vielfalt und Gemeinschaft in der Technokultur zu demonstrieren – wenn man sich die Historie der Initiative Kein Hass nur Bass anschaut, wundert das nicht. Das Projekt wurde vom Zug der Liebe inspiriert – und hat nun große eigene Pläne. Doch zunächst nimmt man mit eigenem Truck an der Tanzdemo in Berlin am 30. August 2025 teil. Gesucht werden dazu unter anderem noch Wagenengel.

Unter den Eindrücken zunehmender ausländerfeindlicher Stimmen und dem Erstarken rechter Kräfte hat Mike Sanchez Leonardi, als Szeneakteur auch unter seinem DJ- und Produzentennamen Ezekiel bekannt, die Initiative 2016 in Leben gerufen. Sie fördert Zusammenhalt und Awareness. Sanchez Leonardi ist schon langer fester Bestandteil der Kölner Community und setzt sich für eine inklusive Clubkultur und queere Rechte ein. Er ist Label-Chef von Sentiment Techno und Resident des Kollektivs Strom.

Mike und Jorit von Kein Hass nur Bass erläutern die Intiative:

Mit dem Festival Odonia Noire veranstaltet Ezekiel seit 2016 ein Independent-Event der elektronischen Musik im Kölner Odonien. Die Veranstaltung verzichtet inzwischen auf große Headliner und fungiert vielmehr als Szene-Netzwerk, das verschiedene Kollektive und Akteure der verschiedensten elektronischen Musikstile zusammenbringt und auch die queere Community mit einbindet.

Dieses Netzwerk nutzt Ezekiel auch für die Teilnahme von Kein Hass nur Bass am Berliner Zug der Liebe. Auf dem Wagen verbinden die Veranstalter DJ‑Sets aus Köln und Berlin mit Forderungen für ein faires und sicheres Miteinander im Nachtleben.

Schon am Vortag veranstaltet man ein offenes Meet & Greet im HALLELUJA.berlin, das auf die Demo einstimmen, diese vorbereiten und Akteure zusammenbringen soll.

Sanchez Leonardi zur Teilnahme am Zug der Liebe: „Wir bringen Kein Hass nur Bass von Köln nach Berlin, weil Tanzen politisch ist. Unsere Teilnahme am Zug der Liebe steht für Respekt, Liebe, Akzeptanz, Vielfalt, Empowerment und Gemeinschaft – und für sichere, angstfreie Räume für alle. DJ‑Sets, Infos und Mitmachen gehören für uns zusammen; was wir hier lernen, trägt die Idee 2026 als Tanzdemo nach Köln.“

 

Geplant ist für da kommende Jahr eine Art eigener Zug der Liebe. Als „Demonstration für Vielfalt, Clubkultur & Gerechtigkeit “ möchte Kein Hass nur Bass im Sommer 2026 die Werte der Techno- und Clubkultur nun auch in Köln auf die Straße bringen – und damit Haltung zeigen, Teilhabe ermöglichen und sich Ausgrenzung aktiv entgegenstellen. Etwa zehn teilnehmende LKW sind angestrebt.

Der Fokus soll auf elektronischer Musik liegen, wobei auch andere Musikrichtungen willkommen sind. Ähnlich dem Zug der Liebe steht die Verbindung aus Musikkultur und politischen Inhalten im Vordergrund. Übergeordnet: Angstfreie Räume und Empowerment im Nachtleben. Weitere Infos folgen in den kommenden Monaten auf den Socials von Kein Hass nur Bass.

Der Zug der Liebe findet am 30. August 2025 in Berlin statt. Weitere Informationen über Kein Hass nur Bass gibt es über die offizielle Website. Die Tanzdemo in Köln ist für den Sommer 2026 geplant.

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