
In Köln wird bei Konzerttickets künftig ein zusätzlicher Euro erhoben. Mit dem sogenannten „Club-Euro“ wollen Veranstalter und Clubbetreiber einen Solidarfonds aufbauen, der gezielt kleine Live-Musikstätten und Nachwuchsprogramme unterstützt. Die Regelung gilt für neu in den Vorverkauf gehende Veranstaltungen.
Hintergrund ist die wirtschaftlich angespannte Lage vieler kleiner Venues. Während große Hallen weiterhin hohe Besucherzahlen verzeichnen, kämpfen kleinere Clubs seit der Pandemie zunehmend mit steigenden Kosten und sinkenden Einnahmen. Jens Ponke von der Bar Die Wohngemeinschaft erklärte gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger, dass das Wachstum der Branche vor allem den großen Events zugutekomme: „Die Branche wächst, aber nur an den Großevents. Dabei ist es wichtig, dass alle kleinen Venues Teil der Wertschöpfungskette bleiben.“
Mehrere große Spielstätten der Stadt – darunter Palladium, Essigfabrik, E-Werk, Live Music Hall oder Carlswerk Victoria – beteiligen sich an dem Modell und geben einen Teil der zusätzlichen Einnahmen an kleinere Clubs weiter. Laut Kölner Stadt-Anzeiger handelt es sich bundesweit um ein bislang einmaliges Solidar-System innerhalb einer städtischen Club- und Konzertszene.
Auch Betreiber größerer Locations sehen Vorteile. Micki Pick von der Live Music Hall erklärte dem Blatt, dass sich durch verändertes Konsumverhalten – etwa geringere Getränkeumsätze – zusätzlicher wirtschaftlicher Druck aufgebaut habe. Der Club-Euro könne daher auch größeren Häusern helfen, die finanzielle Basis zu stabilisieren.
Die Initiatoren betonen jedoch, dass die neue Gebühr staatliche Kulturförderung nicht ersetzen könne. Vielmehr sei sie als ergänzendes Instrument gedacht, um die lokale Musikszene langfristig zu sichern und Nachwuchskünstlern weiterhin Auftrittsmöglichkeiten zu bieten.
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger
Beitragsbild: Gerd Fahrenhorst via Wikimedia Commons
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