Lachse auf Kokain: Fische schwimmen schneller und weiter laut Studie

Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt, dass Rückstände von Kokain in Gewässern das Verhalten von Fischen erheblich verändern können. Forschende der Griffith University und der Swedish University of Agricultural Sciences fanden heraus, dass Lachse in belastetem Wasser deutlich schneller schwimmen und größere Distanzen zurücklegen.

Für die Untersuchung wurden 105 wilde Atlantische Lachse im schwedischen Lake Vättern beobachtet. Die Tiere wurden Spuren von Kokain sowie Benzoylecgonin ausgesetzt – einem Abbauprodukt der Droge, das häufig über Abwasser in Flüsse und Seen gelangt. Das Ergebnis: Die betroffenen Fische bewegten sich im Schnitt 1,9-mal schneller und legten bis zu 12,3 Kilometer mehr Strecke zurück als eine Kontrollgruppe. Besonders auffällig war laut Studie, dass das Abbauprodukt teilweise sogar stärkere Effekte zeigte als Kokain selbst.

Die Forschenden sehen darin ein mögliches Risiko für natürliche Lebensräume. Veränderungen im Bewegungsverhalten könnten langfristig Einfluss auf Nahrungsketten, Fortpflanzung und Populationsstrukturen haben. „Wo Fische hingehen, bestimmt, was sie fressen, wer sie frisst und wie sich Populationen entwickeln“, erklärte Studien-Co-Autor Marcus Michelangeli. Wenn Umweltverschmutzung diese Muster verändere, könne das ganze Ökosystem betroffen sein.

Hintergrund der Studie ist der weltweit steigende Kokainkonsum. Laut dem United Nations Office on Drugs and Crime konsumierten im Jahr 2023 rund 25 Millionen Menschen Kokain – deutlich mehr als noch ein Jahrzehnt zuvor.

Die komplette Studie könnt ihr hier lesen.

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