Lärmbelästigung, Wildpinkler & Müll: Gig mit bekanntem Hard-Techno-DJ in der Kritik

Symbolbild

Eine Unreal-Party mit Fantasm auf dem Areal Böhler hat am vergangenen Wochenende zahlreiche Beschwerden von Anwohnern aus Meerbusch und Düsseldorf ausgelöst. Die Musik und insbesondere die Bässe seien bis in die frühen Morgenstunden zu hören gewesen. Die Stadt Meerbusch prüft nun, wie sie künftig mit vergleichbaren Veranstaltungen umgehen soll.

Die Veranstaltung in der Alten Schmiedehalle begann am Samstag um 22.30 Uhr und war bis 6 Uhr am Sonntagmorgen angesetzt. Bei der Polizeileitstelle im Rhein-Kreis Neuss gingen nach Angaben einer Sprecherin „zahlreiche Anrufe und Beschwerden“ ein.

Eine genaue Zahl lasse sich nicht nennen, da auch umliegende Behörden kontaktiert worden seien. Ein Anwohner berichtete der Rheinischen Post, bis Mitternacht seien bereits mehr als 200 Anrufe beim Polizeinotruf eingegangen.

Mehrere Anwohner schilderten erhebliche Einschränkungen durch die Lautstärke. Die Musik und vor allem die Bässe seien in Büderich und im Umfeld des Veranstaltungsgeländes deutlich wahrnehmbar gewesen.

Ein Anwohner der Hoxdelle berichtete, die Vibrationen seien körperlich zu spüren gewesen. Auch der Versuch, in einem anderen Raum zu schlafen, habe keine Besserung gebracht. Erst um Punkt 6 Uhr habe die Lärmbelästigung geendet.

Neben der Musik kritisierten Anwohner Falschparker, stark alkoholisierte Gäste, Wildpinkler und zurückgelassenen Müll im umliegenden Neubaugebiet. Eine Anwohnerin aus Büderich äußerte zudem Unverständnis darüber, dass die Veranstaltung zugelassen worden sei.

Sie verwies dabei auf die frühere öffentliche Unterstützung des Meerbuscher Bürgermeisters für Anwohnerinteressen im Streit um ein Open-Air-Festival in Düsseldorf. Die Stadt Meerbusch erklärte, das Ordnungsamt sei in der vergangenen Woche über die Veranstaltung informiert worden.

Es habe sich jedoch nicht um eine Veranstaltung gehandelt, die im Einzelfall genehmigt werden musste, sagte Stadtsprecher David Burkhardt. Die Polizei sei vorab ebenfalls informiert worden. Da dem Ordnungsamt inzwischen Beschwerden vorlägen, werde nun geprüft, wie künftig auf solche Veranstaltungen reagiert werden könne. Während der Party sei das städtische Ordnungsamt nicht vor Ort gewesen.

Der Betreiber des Areals Böhler weist auf die Einhaltung der Vorgaben hin. Die Veranstaltung habe im Rahmen der genehmigten Nutzung der Hallen stattgefunden, erklärte Luca Tito von der Areal Böhler Betriebs GmbH.

Während des Abends seien Schallmessungen in der Halle und an einem zuvor abgestimmten Messpunkt im Außenbereich durchgeführt worden. Die zulässigen Werte seien dabei nicht überschritten worden.

Auch die Vorwürfe zu Falschparkern und Wildpinklern könne man nicht eindeutig der Veranstaltung zuordnen. Die Parkflächen auf dem Gelände seien bei Weitem nicht ausgelastet gewesen.

Viele Gäste seien aufgrund des Bahnanschlusses sowie der Taxi- und Fahrdienstangebote ohne Auto angereist. Aus Sicht des Betreibers sei der Abend insgesamt sehr positiv verlaufen. In sozialen Netzwerken äußerten sich auch Besucher begeistert über den ausverkauften Rave.

Neben den Lärmbeschwerden beschäftigte ein weiterer Vorfall die Polizei. Gegen 0.45 Uhr kam es nach Angaben einer Polizeisprecherin zu einer wechselseitigen Körperverletzung, zu der eine Strafanzeige gefertigt wurde.

Nach bisherigen Erkenntnissen sei dabei niemand schwer verletzt worden. Der Regionalbeauftragte der Polizei Meerbusch stehe wegen der Veranstaltung bereits in engem und regelmäßigem Austausch mit der Stadt.

 

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Quelle: Rheinische Post

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