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Es war im vergangenen Februar, als der heute 24-jährige Wahlleipziger den offiziellen FAZEmag Download-Mix ablieferte. Im dazugehörigen Interview sprachen wir über seinen rasanten Aufstieg, die für Künstler heutzutage unabdingbaren notwendigen, medialen Instrumente sowie seine Pläne für die Zukunft. Einen davon hat er nun realisiert, denn am 13. März erscheint mit „Nowhere Else“ das Debütalbum von Lexer. Darauf kollaboriert er u.a. mit Sängern wie Belle Humble und Audrey Janssens.



Veröffentlicht wird das mit 13 Stücken bespickte Werk auf seinem eigens dafür kreierten Label „Wild Animals“. Den Vertrieb übernimmt Kontor. „Als wir das letzte Mal im Frühjahr 2014 miteinander gesprochen haben, hatte ich schon einige Tracks für das Album fertig. Das am Ende alles so fix ging, hätte ich selbst nicht gedacht. Aber umso mehr freut es mich natürlich, dass es jetzt im Frühjahr rauskommt. Für mich ist es ein logischer Schritt, mein eigenes Label dafür zu gründen. Ich hatte keine Lust mehr, unzählige Demomails zu verschicken und auf eine Antwort der Labels zu warten. Das ist oftmals der schwierigste Teil heutzutage. So kann ich nun problemlos neue Sachen veröffentlichen und bin darüber hinaus auch noch Herr der Dinge. Das erzeugt ein gewisses Gefühl von Freiheit und das gefällt mir. Wild Animals soll in den nächsten Jahren wachsen, es werden sicherlich auch andere Acts dort veröffentlichen und ich werde bestimmt irgendwann dort auch den zweiten Longplayer nachlegen. Aber alles zu seiner Zeit“. Einen Weg, den er nach seinem Weggang von Dusted Decks, wo er seit Anfang 2013 als Künstler zugegen war, gemeinsam mit neuem Umfeld startet, erzählt er weiter. „Der Wechsel Ende 2014 war ein wichtiger Schritt und definitiv der richtige. Die Zeit war hart, da meine alte Agentur mir leider eine Menge Steine in den Weg gelegt hat. Nun ist aber alles vollzogen und ich bin bereit, den nächsten und überfälligen Schritt zu gehen. Es gab in den letzten Monaten durchaus viele interessante Angebote, aber die Jungs von Kontor hatten richtig Lust auf meine Musik und haben mir Vertrauen geschenkt. Das ist ein ganz wichtiger Faktor für mich und essentiell. Kontor hat mir mit meinem neuen Label Wild Animals im Prinzip eine eigene Spielwiese eröffnet.“ Und auch die dortigen Verantwortlichen sind zufrieden. Jeder Track auf dem Album groovt ungemein und sendet dabei gleichzeitig eine Euphorie aus, die förmlich mit den Händen zu greifen ist“.

An „Nowhere Else“ saß Lexer, der gebürtig aus Bad Lausick stammt, rund zwei Jahre. Während dieser Zeit hat er einen merklichen Prozess durchlebt, bemerkt er bei seinem persönlichen Rückblick von der Zeit an, als er in 2013 mit „My Princess“, seine erste EP veröffentlichte. So präsentiert der Longplayer einen Mix aus melodischem Deep House, Electronica, Techhouse und Pop. Eine Art logische Konsequenz sowie Weiterführung von dem, was er 2012 auf seinem SoundCloud-Profil begann und bei unzähligen Zuhörern Anklang fand. Sein Remix zu „The Funeral“ von Band of Horses verzeichnet zum Zeitpunkt dieses Interviews nahezu 1,4 Millionen Klicks. Sein Set vom Fusion Festival aus dem Jahre 2013 wurde weit über 800.000 Mal angehört. Das Internet und soziale Netzwerke spielen mittlerweile sicher eine große Rolle. Am Ende muss das Gesamtpackage passen, vor allem aber der Inhalt. Ich habe einen gewissen Prozess festgestellt. Ich habe mehr und mehr dazugelernt und somit neues umsetzen können. Das merkt man wie ich finde auch am Sound, da einige Tracks durch die reifere Produktionsweise und Erfahrung nun auch in eine etwas andere Richtung gehen. Logischerweise bleibe ich meinem Stil treu, dennoch habe ich auf dem Album die Chance genutzt und das musikalische Spektrum etwas erweitert. Ab und an höre ich alte Sachen wie Mixes von mir rein und denke mir ‘Mensch, das würde ich heute aber anders machen’ oder ‘Den Track hätte ich jetzt aber nicht nach dem gespielt’. Mittlerweile ist eine spürbare Selbstsicherheit – sowohl beim auflegen als auch beim produzieren eingetreten. Und mit dieser macht es noch mehr Spaß.“ Diesen hatte er im Studio ebenfalls mit den beiden Vokalistinnen Belle Humble aus London sowie Audrey Janssens aus Louvain, die er über YouTube bzw. Kontor kennenlernte. „Audrey habe ich zufällig vor zwei Jahren im Internet als Cover-Sängerin entdeckt und sie spontan angeschrieben. Ich fand ihre Stimme sehr einprägsam und schön. Sie antwortete sofort und hatte Lust auf eine Kollaboration. Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt keinen Track, auf dem ich mir ihre Stimme hätte vorstellen können. Aus dem Grund ist der Kontakt etwas im Sande verlaufen. Als sie mich vor ungefähr einem halben Jahr nochmals anschrieb war das wohl ein guter Zeitpunkt. Keine Woche später war der Track fertig. Mit ihren Vocals hat sie das Ganze auf ein ganz anderes Level gehoben und ich bin froh, dass sie dabei ist. Bei Bella Humble ist das genau so. ‘Feels Like This’ mit ihr wird auch die erste Single des Albums sein“. Die wird außerdem Remixe von Goldfish und Alle Farben beinhalten. „Eine Albumtour ist ebenfalls in der Planung und wird relativ zeitnah präsentiert. Ansonsten freue ich mich sehr auf das, was in 2015 noch auf mich zukommen wird. Ich war schon in Montreal und Jakarta – USA, Australien und Südamerika würden mich sehr reizen. Und wer weiß, vielleicht geht es auch schon bald mit dem zweiten Album los. Mittlerweile habe ich so viele neue Tracks, dass ein ernsthafter Gedanke daran gar nicht mal so abwegig wäre (lacht).“ Mit „Nowhere Else“ hat sich Lexer für einen Titel entschieden, der für ihn eine ganz essenzielle Bedeutung trägt. „In meinen Augen ist der Name eines Albums unheimlich wichtig. Er muss eine gewisse Aussagekraft mit sich bringen. Und wenn man ein Album hört, begibt man sich in Gedanken an einen Ort bzw. lässt man sich von der Musik irgendwo hin führen, wo man sich am wohlsten fühlt. Und nur dort möchte man sein und nirgendwo anders“. / Rafael Da Cruz

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