
Communitys gelten als Schlüssel für den Erfolg, in der Clubkultur, in kulturellen Projekten und ebenso in der Startup-Welt. Sie bestimmen unseren Alltag und unser Zugehörigkeitsgefühl. Doch echte Gemeinschaften entstehen nicht durch offene Türen allein und stellen uns immer wieder vor Herausforderungen. In der aktuellen Folge des Podcast Royal GS sprechen Unternehmer Nikita Fahrenholz und DJ sowie Ex-Factory Berlin-CEO Martin Eyerer genau darüber. Mit klarer Haltung: Nicht jeder müsse Teil einer Community sein, entscheidend sei, wer etwas beiträgt. Doch was genau bedeutet dies auch für unsere Szene?
Martin Eyerer kennt beide Seiten des Spannungsfelds. Seit über zwei Jahrzehnten ist er als DJ, Produzent und Labelbetreiber in der elektronischen Musik aktiv, mit hunderten Releases und internationalen Kooperationen. Parallel dazu hat er sich als Unternehmer einen Namen gemacht: als CEO von Factory Berlin.
Sein Blick auf Communitys ist daher weder romantisch noch ökonomisch. Entscheidend sei für ihn ein gemeinsamer Wertekern, bestehend aus Vertrauen, Verbindlichkeit und gegenseitigem Mehrwert. Reichweite oder Größe spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass Menschen aktiv teilnehmen, anstatt lediglich zu konsumieren. Community müsse gerade deshalb kuratiert sein. Ausschluss sei hier kein Ausdruck von Elitismus, sondern ein Mittel, um Qualität, Fokus und Atmosphäre zu erhalten. Ein Prinzip, das Eyerer auch aus der Berliner Clubkultur kennt.
Die ersten Mitglieder seien dabei besonders entscheidend und prägend. Durch sie werden Ton, Haltung und Dynamik einer Gemeinschaft festgelegt. Umso wichtiger ist es, genau diese Anfangsphase ernst zu nehmen, um Strukturen zu schaffen, die langfristig tragen. Dabei ist es unabhängig davon, ob es sich um einen Club, ein kreatives Netzwerk oder ein Startup-Ökosystem handelt.
Martin Eyerer setzt diese Überzeugung heute auch in der Stadtentwicklung um, als CEO der Green City Development. Sein Anspruch bleibt derselbe wie im Club oder im Studio: Räume schaffen, in denen Menschen nicht nur anwesend sind, sondern sich einbringen.
Der Kern der Botschaft ist also ganz klar: Eine Community ist kein Marketinginstrument. Sie ist ein lebendiges System und funktioniert nur, wenn die Haltung wichtiger ist als die Masse.
Hier geht es zur ganzen Folge:
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