
Eigentlich sollte das Nations of Legends in der Nähe der Schweizer Ortschaft Davos in den Schweizer Alpen ein viertägiges Allround-Happening der Psytrance-Szene werden. Zahlreiche Headliner und Szene-Acts waren Monate im Voraus angekündigt, drei Bühnen sowie weitere Aktivitäten und Attraktionen in Form von Workshops, Kunstinstallationen und die Möglichkeit zum Camping. Im Internet wurde jedoch von vielen Seiten massive Kritik an dem Festival laut. Viele der gebuchten Musiker sagten ihre Gigs ab und sprachen von einer miserablen Kommunikation. Die Besucher mussten sich mit zwei statt drei Floors und einem geschrumpften Line-up zurechtfinden.
Schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter der Erstausgabe des Nations of Legends Festivals in den Schweizer Alben: Das Festival in der malerischen Alpengemeinde Filisur sollte traumhaft werden, doch entpuppte sie sich für so manchen Beteiligten als Alptraum.
Ein volles Programm mit vielen bekannten Acs der Psytrance- und Goa-Sparte ließ vielen Fans im Voraus das Wasser im Mund zusammenlaufen – zum Zeitpunkt des Festivals hat sich wohl so mancher daran verschluckt angesichts des reduzierten Programms und einer scheinbar schlechten Organisation.
Das Nations of Legends fand von 10. Juli bis zum 13. Juli, also an vier Tagen, in der vergangenen Woche statt. Headliner wie Ace Ventura, Aioaska, Cloud7, Boom Shankar, Inner Sphere oder auch Si-Moon standen im Programm. Das Artwork war mit „4 days of Geborgenheit on floors“.
Das ursprünglich geplante Programm:
Ganz so geborgen fühlten sich jedoch einige Acts und Besucher nicht, denn vieles verlief anscheinend nicht so wie geplant.
Ein Künstler aus Hamburg wurde so wie weitere vom Veranstalter einfach gecancelt, obwohl seit sechs Monaten mit seinem Namen und Gesicht geworben worden sei. Fatih Acci aus Hamburg: „Ja leider könnt ihr auf dem Foto ja sehen, was Phase ist, das ist das Ergebnis von einem unprofessionellen Veranstalter und einem unorganisierten Team, trotz eines Bookingvertrages, welches von der Nation of Legends kam, was ich unterschrieben zurückgeschickt habe, wurden ich und viele andere Acts eine Woche vor dem Festival gecanceled!““
Ein weiterer Act, Profiler, war sogar schon angereist, entschied sich allerdings selber dazu, nicht zu spielen: „Aufgrund der katastrophalen Organisation des Nations of Legends habe ich mich gestern entschieden, mein Set nicht zu spielen. Solch eine Abzocke habe ich noch nie gesehen. Vor allem das Wort Festival noch in den Mund zu nehmen, ist eine absolute Respektlosigkeit.“
Noch schwerere Vorwürfe hat Der Loth: Dieser stand auf dem Line-up, habe aber nie Flüge oder ähnliches erhalten. Er hätte die Angelegenheit mit dem Veranstalter persönlich klären wollen, dieser habe jedoch nach einem 56-sekündigen Telefonat einfach den Hörer aufgelegt.
Unterdessen berichten Besucher von „eineinhalb“ Floors vor Ort. Drei waren angekündigt. Neben einem großen Floor gab es wohl noch einen ziemlich kleinen zweiten. Auch der Timetable veränderte sich durch mehrere Absagen sowie die fehlende Bühne kurzfristig.
Eine Besucherin auf Schweizerdeutsch: „Katastrophe org und kommunikation. Alles nur halbfertig. Fühle mi zimli verarscht“. Ein anderer spricht von „Abzocke und Katastrophe“.
Das reduzierte Programm für alle vier Tage:
Weitere Kommentare zeigten, dass manche Besucher trotz der Umstände das Positive am Festival hervorhebten. DJ Joyrider: „Um etwas Positives zu berichten und enttäuschte Erwartungen zu trösten: Die Tanzfläche klingt wirklich gut, Publikum und Crews an den Tribünen sind super freundlich und gut gelaunt, Ace Ventura hat wie erwartet ein tolles Set gespielt, Boomshakar und ich sind da und startklar … Wir haben beschlossen, Spaß zu haben und dieses Ding zu rocken.“
Ein Besucher: „Party läuft. Wir haben Spaß. Keiner ist abgereist. Kommt hoch und feiert mit. Die Kommentare von Leuten, die nicht vor Ort sind, kann man knicken. Ja – und der zweite kleine Floor ist ist supääär. Partyyy!“.
Quelle: Frankfurter Rundschau
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