Maßgeschneidert auf die Beats wirkt die Kulisse Bangkoks: Die pulsierende Magie des Nachtlebens und eine Menge feierwütiger Menschen, die den Düsseldorfer Produzenten und DJ Maxim Schunk im Musikvideo zu seinem Track „Light Up“ begleiten – der auf Embassy One erschienen ist, dem Imprint von Robyn, Booka Shade und Monolink –, zeigen das wichtigste Element seiner Inspiration: Das Reisen um die Welt und das damit verbundene Einlassen auf unerwartete und überraschende Momente. Über das und vieles mehr sprachen wir mit dem sympathischen Rheinländer, dessen Tracks regelmäßig in den Sets von Tiësto, Don Diablo oder Fedde Le Grand landen, stilecht während seines Trips am Strand von Tel Aviv.

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Während selbst ernannte „Techno-Polizisten“ dem EDM-Sound seit Jahren einen Ausverkauf der Szene vorwerfen, kann sich Maxim davon nicht angreifen lassen: „Ich selbst bin neugierig und gespannt, wie sich die Szene weiterentwickelt. Meiner Meinung nach sind diverse, vielschichtige Ansätze das, was EDM ausmacht. Jede Art von Musik ist wandelbar und geht mit der Zeit ­– aktuell sind beispielsweise vor allem Vocals gefragt. Ich persönlich finde, dass diese melodischeren, Songwriter-basierten Ansätze einem Song mehr Tiefe und Emotion verleihen können. Vielleicht ist es genau das, was unsere Generation gerade braucht.“ Besonders mit einem Blick auf seine Diskografie kann man feststellen, dass Maxim ein musikalisches Chamäleon ist: Zusammen mit seinem Studiopartner releaste er als DHBS erfolgreich Deep und Electro-House. Für Universal Music Publishing produzierte er zahlreiche Lizenzmusik-Tracks für Funk und Fernsehen. Dass sein jetziger Sound so klingt, wie er klingt, ist dabei hauptsächlich seiner unstillbaren Neugier und dem Interesse für neue Styles zu verdanken. Im Studio heißt das für den Düsseldorfer: „Ich kann stundenlang damit verbringen, an einem neuen Sound zu feilen oder einen bereits vorhandenen Sound zu modifizieren. Es hat etwas spielerisch Technisches und zugleich eine beruhigende Wirkung auf mich. Durch meine langjährige Erfahrung gehe ich immer hochkonzentriert und fokussiert ins Studio, um meine gesammelten Ideen in Sound umzuwandeln. Ein Tag mit mir im Studio ist immer anders: Meistens arbeite ich mit meinem Team an neuen Projekten. Meistens vergesse ich dabei alles um mich herum.“ Bei so viel neuem Input braucht man als Musiker aber auch ein beständiges Moment, so auch Maxim: „Ich spiele leidenschaftlich gerne Klavier und bin darüber hinaus ein großer Fan von Ritualen. Deshalb startet jede Studiosession mit mir am Klavier!“

Letztendlich entstanden so auch „My Name“ sowie „Light Up“, seine ersten Releases als Solokünstler. „Beide Tracks symbolisieren die positive, energiegeladene neue Phase meines Lebens. Diese Leidenschaft möchte ich musikalisch widerspiegeln: ,Ja’ zu neuen Erlebnissen, ,Ja’ zu verrückten Abenteuern und deshalb auch ,Ja’ zu neuen musikalischen Styles. Gerade als Solokünstler ist es für mich von besonderer Bedeutung, mich kreativ auszutoben und meiner Musik einen Teil meines Selbst zu geben. Meine Gefühlslage und Erlebnisse sind Inspiration und zugleich Grundlage für meine Songs. ,My Name’ war das ideale Debüt für mich. ,Light Up’ steht schlicht und einfach für Freiheit und den Mut, Neues zu wagen.“

Zwischen Reiselust und ständiger Erneuerung des eigenen Sounds besitzt Maxim aber auch eine durch und durch positive Haltung zur seiner Heimat. „Das Faszinierende am Rheinland ist die große Vielfalt. In Düsseldorf und auch in Köln gibt es ein großes Spektrum innerhalb der Clubkultur. Je nach Lust und Laune kann man sich mitreißen lassen und eine tolle Nacht erleben. Die Leute sind offen, outgoing und haben einfach Spaß daran, auch mal neue Clubbing-Erfahrungen zu machen. Ich versuche, beim Auflegen auf diese Vielfalt einzugehen, indem ich diverse Stile mische, und lasse jede Nacht individuell und zu etwas Besonderem werden.“

Und wie es aussieht, steht bei Maxim auch in nächster Zeit nichts still: „Zurzeit bin ich in der Produktionsphase und arbeite an zahlreichen Songs mit anderen Künstlern. Wir haben gerade das zweite Video zu meiner nächsten Single ,Give It All’ in Rio gedreht und von hier aus geht es jetzt weiter nach Jamaica zum nächsten Dreh. Einige großartige Songs werden folgen und ich freue mich sehr auf die kommende Zeit!“

 


Aus dem FAZEmag 080/10.2018
www.maximschunk.com

Text: Bastian Gies
Foto: Julian Erksmeyer