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 Nachdem ich euch in der letzten Ausgabe gezeigt habe, mit welchen Spuren ich meine Remixe meist beginne, soll es heute insbesondere um Tempoveränderungen von Stems des Original-Tracks gehen. Zunächst einmal können Tempoveränderungen besonders dann für einen Remix dienen, wenn das Original bereits relativ träge und langsam ist. Dadurch bekommt der Remix automatisch einen ganz neuen Schwung und Drive, welcher möglicherweise nur durch eine andere Instrumentierung gar nicht zu erzielen gewesen wäre. In der letzten Ausgabe habe ich bereits angesprochen, dass Remixe häufig dazu da sind – besonders wenn das Original sehr Radio-orientiert ist – Original-Tracks spielbarer für DJs zu machen. Gerade hierfür sind Tempoveränderungen oftmals sehr entscheidend, da viele Radionummern sich im Bereich zwischen 85-100 BPM bewegen und nur schwer spielbar für DJs sind.

Natürlich muss man dabei stets abwägen, ob und vor allem um wie viel man das Tempo verändert. Oftmals lassen sich beispielsweise Vocal-Spuren nur bis zu einem gewissen Grad schneller machen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Tempoveränderungen von bis zu +15 BPM noch gut klingen können, jedoch alles was darüber hinaus geht, die Qualität stark verringert und auch nicht mehr natürlich klingt, besonders bei Vocals!

Ich selbst arbeite mit Logic X, was mir die Möglichkeit gibt per „Flex-Tool“ im Handumdrehen Tempoinformationen von unterschiedlichen Spuren zu verändern. Dabei kann ich zwischen sieben verschiedenen Modi wählen (siehe Screenshot). In den meisten Fällen benutze ich jedoch den Flex-Modus „Polyphon“, der besonders bei Instrumenten, die unterschiedliche Melodien und Harmonien spielen, sehr gut funktioniert, da sich bei der Anwendung die Tonart nicht verändert. So kann man beispielsweise das Tempo von Vocals forcieren, ohne dass der Vocal gleichzeitig gepitcht klingt. Um das Tempo von Drum-Spuren zu verändern eignet sich hingegen vor allem der Flex-Modus „Teilen“ sehr gut, da hierbei die Spur nicht wie bei den anderen Modi gedehnt bzw. gestaucht wird, sondern ausschließlich in verschiedene Einzelspuren aufgeteilt wird.

In der nächsten Ausgabe zeige ich euch wie ich mit der musikalischen Komposition des Remixes umgehe.

Luca Schreiner – Die Kunst des Remixens Pt. 1
Luca Schreiner – Die Kunst des Remixens Pt. 2

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