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Eine wissenschaftliche Studie in Neuseeland hat Versuche durchgeführt, um zu beweisen, dass Tinnitus mit MDMA geheilt werden kann. Schon vor geraumer Zeit hat man das Phänomen erkannt, dass funktionieren könnte. Also hat man vor etwa zwei Jahren an der University of Auckland angefangen zu forschen.

Die begrenzte Anzahl an Teilnehmern wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Einer Gruppe wurde ein Placebo verabreicht, die andere Gruppe bekam eine kleine Dosis MDMA. Die Teilnehmer, die MDMA verabreicht bekamen, haben nur eine Dosis von 30mg-70mg MDMA bekommen. Um den typischen Ecstasy-Rausch zu spüren, waren die Einheiten zu niedrig dosiert.

Zu Beginn der Studie sagte Daniel Spiegel von der University of Auckland: „Die erste Idee kam von einigen anekdotischen Beweisen aus einer Forschungsklinik, wo einige Teilnehmer ganz offen waren und sagten, dass nachdem sie Ecstasy genommen haben ihr Tinnitus wegging.“
Während der Studie konnte beobachtet werden, dass der Tinnitus bei den Teilnehmern aus der Gruppe, die MDMA bekamen, zurückging. Etwa drei Stunden nach Einnahme von MDMA verspürten die Teilnehmer eine deutliche Entspannung bezogen auf den Tinnitus. Bei einigen Teilnehmern hielt diese Entspannung sogar bis zu einer Woche an.
Aber auch einige Teilnehmer, die das Placebo bekamen, hatten ähnliche Empfindungen.

Der Leiter des Forschungsteam an der University of Auckland, Professor Grant Searchfield, erklärt, dass aufgrund des hohen Risikos von MDMA die Forschung sich recht langsam gestaltet: „Unser Ziel ist es ein Medikament gegen Tinnitus zu finden. Ob MDMA es ist oder ob dies ein Versuch von uns ist, zu identifizieren, was im Gehirn los ist, ist immer noch eine offene Frage.“
Weiter fügt Professor Grant Searchfield hinzu, dass selbst wenn die Partydroge MDMA gegen Tinnitus hilft, wird es immer noch Probleme mit der Verabreichung MDMA als Medikament geben.
„Die niedrige Dosierung hatte bislang sichergestellt, dass es keine gemeldeten Gefühle von Euphorie gab, die normalerweise mit MDMA verbunden sind und keine negativen Nebenwirkungen.“

Derzeit werten die Wissenschaftler alle gesammelten Daten und Gehirn-Bildgebungen aus der Studie aus. Dies kann einige Monate dauern. Um mit weiteren Forschungen diesbezüglich fortzufahren, wird eine weitere Finanzierung benötigt.
Tinnitus ist keine Krankheit, sondern kann durch viele Faktoren wie zum Beispiel Diabetes, Ohrenentzündungen, Schleudertrauma oder andere Traumata hervorgerufen werden. Viele lernen mit dem Tinnitus umzugehen, dennoch ist es ein belastender Faktor.

Quelle: Stuff

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