Müllpfand: Festivals müssen Millionen an Festivalbesucher zurückzahlen

Die Veranstalter der österreichischen Festivals Nova Rock und Frequency müssen den sogenannten Müllpfand an betroffene Besucher zurückzahlen. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs zum Nova Rock bestätigte nun auch das Oberlandesgericht Wien für das Frequency Festival: Die zusätzliche Gebühr war rechtswidrig.

Betroffen sind Festivalgäste der Jahre 2017 bis 2025. Beim Nova Rock wurden 20 Euro, beim Frequency 10 Euro Müllpfand fällig – teils bereits dann, wenn Besucher ein Zelt oder lediglich einen Rucksack dabeihatten. Einen Teil des Geldes gab es nur zurück, wenn ein mindestens halbvoller Müllsack abgegeben wurde.

Der Verein für Konsumenteninformation hatte im Auftrag des Sozialministeriums geklagt. Die zentrale Begründung: Müllentsorgung gehört zu den Nebenpflichten eines Veranstalters und ist bereits mit dem Ticketpreis abgegolten. Eine zusätzliche Pflichtgebühr ohne konkreten Mehrwert sei deshalb unzulässig. Wer den Müllpfand bezahlt hat, kann das Geld nun gegen Vorlage des damaligen Tickets zurückfordern.

Auch eine weitere Klausel wurde beanstandet: Nicht verbrauchtes Cashless-Guthaben darf nicht einfach verfallen, nur weil eine sechswöchige Rückforderungsfrist überschritten wurde. Restguthaben kann weiterhin manuell eingefordert werden.

Die Veranstalter akzeptieren die Urteile und wollen das System umstellen. Statt eines verpflichtenden Pfands soll es künftig Anreize geben: Wer Müllsäcke abgibt, erhält etwa Gutscheine, Cashless-Guthaben oder die Chance auf Gratistickets.

Quelle: LLoop Rituals

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