Nach illegalem Rave: Sorgen um seltene Vogelart

Der Neuwieser See in Sachsen. Foto. Wikimedia Commons

Im vergangenen September sorgte ein illegaler Rave am Neuwieser See in Sachsen für Schlagzeilen. Mehr als 1000 Personen hatten in der Nacht vom 15. auf den 16. September eine nicht genehmigte Party in der Gemeinde Elsterheide besucht und die Anwohner nachts mit lauter Musik beschallt. Als die Polizei eingriff, kam es zu gewalttätigen Handlungen, bei denen drei Beamte – darunter einer von ihnen schwer – verletzt worden waren. Wie sich jetzt herausstellt, haben die Partygänger offenbar für weitere Schäden gesorgt.

Naturschützer zeigen sich demnach um das in Sachsen extrem seltene Rebhuhn besorgt. Die Fläche am Neuwieser See, auf der der Rave stattgefunden hatte, liegt in einem europäischen Vogelschutzgebiet und im Kerngebiet des Naturschutzgroßprojekts (NGP) Lausitzer Seenland. Tiere, Pflanzen und Pilze können in dem Areal weitestgehend ohne Beeinflussung des Menschen leben und wachsen. Weitestgehend.

Laut der Umweltschützer könnte sich der massive durch Menschen, Lautsprecher und Autos entstandene Krach negativ auf die Existenz des Rebhuhns ausgewirkt haben, das in Sachsen seit zehn Jahren vom Aussterben bedroht ist. Laut Alexander Harter, Geschäftsführer des NGP, sei eines der letzten Brutpaare im angesprochenen Gebiet vertreten gewesen. „Da es sich um einen Ganzjahresvogel handelt, kann eine aus dem Ruder gelaufene Großveranstaltung dem Rebhuhn den Rest geben. Welche Auswirkung die Veranstaltung hat, werden wir nächstes Jahr bei der Brutvogelkartierung sehen,“ so Harter.

Noch zu Beginn der 1980er-Jahre hatte es zwischen 3000 und 5000 Brutpaare in der Region gegeben. Mittlerweile kratzt die Zahl am Nullpunkt, was vor allem auf den großflächigen Anbau von Monokulturen in der Landwirtschaft zurückzuführen sei.

Quelle: Lausitzer Rundschau

Foto: PaulT (Gunther Tschuch) via Wikimedia Commons


Illegaler Rave im Naturschutzgebiet gestoppt