
Matthew Herbert veröffentlicht am 16. Oktober ein neues Album. Der Titel: „theukhasmorefoodbanksthanbranchesofmcdonalds“. Die Platte erscheint über Herberts Label Accidental und basiert vollständig auf Samples von Gegenständen und Lebensmitteln, die typischerweise in britischen Foodbanks ausgegeben werden – darunter Pasta, Cerealien, Dosenobst, Windeln und Toilettenpapier.
Bereits erschienen ist die erste Single „pasta (is not a luxury)“. Die vollständige Tracklist soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Einen Stream des Albums können Hörer freischalten, indem sie entweder an eine Foodbank spenden oder eine Nachricht an ihren lokalen Parlamentsabgeordneten schreiben.
Zur Veröffentlichung spielt Herbert das Album am 16. Oktober im Londoner Venue The Ivy House. Die Einnahmen des Konzerts gehen an die Pecan Southwark Foodbank.
Das Projekt knüpft an Herberts langjährige Auseinandersetzung mit Essen, Konsum und den dahinterliegenden gesellschaftlichen Systemen an. Auf der begleitenden Website wird auf die stark gewachsene Zahl britischer Foodbanks verwiesen: Im Jahr 2000 habe es im Vereinigten Königreich noch keine Foodbanks gegeben, inzwischen seien es mehr als 2.800. Im selben Zeitraum sei auch die Zahl der Milliardäre deutlich gestiegen. Das Album stellt diese Entwicklung in den Kontext politischer Sparmaßnahmen der vergangenen 15 Jahre.
Herbert arbeitet seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von elektronischer Musik, Konzeptkunst und politischem Kommentar. Mit dem neuen Album übersetzt er eine soziale Krise direkt in Klangmaterial – und verknüpft Veröffentlichung, Zugang und Spendenmechanik mit dem Thema der Platte.
Auch interessant:
Matthew Herbert: Auf Schweinegeräusche folgt Album aus Pferdeskelett