Native Instruments: Chaotische Zustände nach Übernahme – Standort soll schließen

Bei Native Instruments reißt die Unruhe nach der Übernahme durch inMusic offenbar nicht ab. Nur wenige Monate nach dem Eigentümerwechsel steht laut Berichten nun der britische Standort des Berliner Musiksoftware-Herstellers vor dem Aus. Betroffen sein sollen unter anderem Teams, die an zentralen Produkten wie Maschine, Kontakt und Komplete beteiligt sind.

Nach Informationen von MusicTech und weiteren Branchenmedien wurden mehrere leitende Positionen neu besetzt. Dazu zählen unter anderem CEO Nick Williams und Chief Product and Technology Officer Simon Cross, deren Aufgaben laut Handelsregistereinträgen inzwischen an Richard Seymour, den Europa-Chef von inMusic, übergegangen sein sollen.

Die Hinweise auf eine umfassende Auflösung des UK-Teams wurden zunächst über Reddit öffentlich, wo ehemalige Mitarbeiter von tiefgreifenden Einschnitten berichteten. Betroffen sein sollen Bereiche wie Produktmanagement, Design, Engineering, Finance und Marketing. Auch Tim Adnitt, Präsident der MIDI Association und bei Native Instruments im Bereich Produkt- und Sounddesign tätig, soll zu den Betroffenen zählen.

inMusic selbst spricht nicht ausdrücklich von einer Standortschließung, bestätigt aber organisatorische Veränderungen. Man wolle Strukturen vereinfachen und Ebenen abbauen, die noch aus der früheren Private-Equity-Phase stammten. Zugleich betont das Unternehmen, Native Instruments bleibe strategisch wichtig; die Produktentwicklung laufe weiter, neue Hardware- und Softwareprojekte seien für 2027 geplant.

Für viele Nutzer und Beschäftigte bleibt die Lage dennoch angespannt. Bereits im Juli sollen rund 100 Stellen bei Native Instruments gestrichen worden sein, besonders im Kundensupport. In der Branche werden nun Parallelen zur Übernahme von Moog Music durch inMusic gezogen, auf die ebenfalls Entlassungen und strukturelle Verlagerungen folgten.

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