Und dann lief „Insomnia“ von Faithless auf dem Open Air Floor …

Ist man eigentlich ein alter Hase, wenn man auf 22 Jahre Nature One als Besucher, Musik-Journalist und Presse-Mitarbeiter zurückblicken kann? Das „Hase“ kann man wohl streichen, und deshalb lautet die Antwort: Ja. Somit war ich persönlich zwar nicht bei „Stunde Null“ auf dem Festival im Hunsrück, aber immerhin seit 1998. Klar, erst als ganz normaler Gast, später dann mit der beruflichen Verwebung. Es ist – und das könnt ihr nun glauben oder nicht – das einzige Festival, auf dem ich tatsächlich mein Camping-Zelt aufschlage. Stellt sich die Frage nach dem Warum: Warum tut man sich das an? Warum lässt man sich auf 24/7-Sound ein? Was macht die Veranstaltung so besonders, dass man von Donnerstag bis Sonntag diese körperliche Grenzerfahrung in dauerhaftem Ausnahmezustand antritt? Hier ein paar Erklärungsversuche:

Donnerstag, 1. August 2019, 09:00 Uhr. Abfahrt von Köln nach Kastellaun. Doch die Arbeit beginnt bereits viel früher. Tage zuvor, wenn man Wasser, Kräuterbaguette und Grillwürstchen besorgt, wenn man abgepackte Salami, Dosenbier und löslichen Kaffee einkauft, wenn man Feldbett, Schlafsack und Akkupacks ins Auto packt, den Wagen volltankt und zuvor telefonisch beim CO2-Hersteller Carbo in Bad Höningen das Trockeneis ordert. Und dann kommt einem der Gedanke: Das wird anstrengend.

Es ist kurz vor zwölf Uhr mittags, als wir in Kastellaun das Stauende erreichen. Da werden kurzerhand Erinnerungen an das letzte Jubiläum wach, vor fünf Jahren. Neun Stunden Stau, Zeltaufbau in der Dunkelheit, das erste Hühnchenfilet weit nach Mitternacht. Doch allen geistigen Unkenrufen zum Trotze: Wir erreichen F15 im Camping Village gegen 15:00 Uhr. Schnell das Nachtlager errichten, den Pavillon standfest sichern und einmal kurz mit der Partycrew anstoßen. Dann los zum Produktionsbüro, denn dort werde ich rund eine Stunde später abgeholt. Mit dem orange-schwarzen Buggy durch das 150 Fußballfelder große Campingdorf, mit dem Ziel „Pydna“, und mit Svenja von I-Motion routiniert am Steuer. Auf der ehemaligen Raketenbasis der US-Armee angekommen, ein kurzer Plausch mit Olli – dem Chef der Veranstaltung. Danach ein Treffen mit Thomas Gerdon, seines Zeichens Head of Light Design des Open Air Floors. Und dann erkunde ich auf eigene Faust die Location, schieße ein paar Fotos, gucke bei der Lichtprogrammierung zu, sehe, wie das Barpersonal die unzähligen Kühlschränke mit Getränken füllt und verschaffe mir einen Überblick, bevor ich die vier Mainfloors und die 18 Club-Areas dann am nächsten Tag mit 65.000 Leuten vor ausverkauftem Haus teilen muss.

Vieles ist anders dieses Jahr. Wie beispielsweise die Stufen, die auf die rund 15 Meter hohen Hügel führen. Gemauert, mit Geländer, im Boden verankert. Sicherer Auf- und Abstieg gewährleistet, was bei den Festivalbesuchern für sehr positive Resonanz sorgen wird. Neu in 2019 ist auch der VIP-Bereich, auf einem Hügel neben dem Open Air Floor angesiedelt. Ebenfalls eine Premiere feiert elrow, der legendäre Event-Veranstalter aus Barcelona, der für seine aufwendigen, illustren und bunten Stage-Designs weltweit bekannt ist. Einen neuen Look hat auch der Open Air Floor, der Platz für bis zu 15.000 Besucher bietet. Klar, er und alle anderen Mainfloors unterziehen sich alljährlich einem visuellen Facelifting und kommen in stets neuem Outfit daher. Besonders interessant für Technikfans, die wochenlang auf die Optik hinfieberten. Um deren Neugierde zu stillen, sei in Zahlen verraten, was Thomas Gerdon mit seinem Team 2019 so aufgefahren hat: 120 m² LED-Wall … 44 Licht-Pyramiden, die den DJ umrahmen … eine 40 x 40 Meter große Traversenkonstruktion in Würfelform, die das „Dach“ des Dancefloors bilden … 515 verschiedene Lichteffekte … 368 m² Videoflächen mit verschiedenen Pixelpitches … 44 Sonderbauten einer Pyramide, welche mit 1x Lichteffekt und 4x Videoflächen ausgerüstet ist … eine 16,50 m hohe Bühne … eine 14 m hohe Floorkonstruktion. So viel aus der Welt der Zahlen.

Nachdem ich den Buggy gegen 19 Uhr am Produktionsbüro im Camping Village verlasse, hat die Camping-Truppe bereits den Grill angemacht. Pünktlich zum feudalen Gaumenschmaus erreiche ich unsere Homebase – und mit Einbruch der Dunkelheit schlendern wir traditionell über das leicht hügelige Areal, bis wir dann um 04:00 Uhr morgens „müde, aber glücklich“ in die Schlafsäcke schlüpfen.

Ich hatte vorhin die Frage nach dem „Warum?“ gestellt. Warum man das mitmacht und beispielsweise fünf Stunden durch das Camping Village zieht. Es ist einfach dieser Spirit, der hier versprüht wird. Du gehst langsam an den Zelten deiner Nachbarn vorbei, hörst Musik. Hörst die unterschiedlichsten Arten der elektronischen Musik. Gerade noch progressive Trance, und zwei Zelte weiter erklingt schon Hardstyle. Der Duft von frisch gegrillten Würstchen erreicht deine Nase, während du parallel hierzu völlig fremden Leuten zuprostest, bevor dann ein gut gelaunter Typ auf dich zukommt, dir ein High-Five gibt, dich kurzerhand in die Arme nimmt und und enthusiastisch ruft „Das ist so geil hier! Nature One!“. Du folgst dem Schotterweg weiter, siehst, wie jemand „Party on“ mit seinen Fingern auf ein staubiges Auto schreibt, in großen Lettern. Du siehst Leute, die auf dem Dach ihres Vans chillen. Leute, die auf ihrem mitgebrachten und zuvor auf ebay ersteigerten Sofa liegen. Leute, die auf einem Schaukelpferd sitzen, Leute, die „Ich bin so cool, ich hab ein Schild dabei“ auf einem Pappdeckel verewigen, Leute, die Anlauf nehmen und ins Planschbecken hüpfen, Leute, die Uno spielen – oder sogar Tischtennis. Vor allem siehst du aber Leute, die tanzen. Denn das Camping Village ist eine einzige, riesige Open Air Discothek, mit Hunderten Hobby-DJs an den Decks. Von „semiprofessionellen“ Anlagen kann hier keine Rede sein. Teils meterhohe Boxentürme, aus denen der Soundtrack of Summer erklingt. Fest installierte Traversenkonstruktionen, bestückt mit Moving Lights und sogar Lasern. Es ist einfach die unbeschreibliche und friedliche Atmosphäre, die hier herrscht. Und dann … Dann kommst du in den frühen Morgenstunden zurück zu deinem Zelt, siehst, wie der Nebel über dem hügeligen Areal hängt und wie die bombastisch wirkenden, riesigen Windkrafträder im Hintergrund des Campinggeländes dank ihrer roten Leuchtdioden in der noch tiefdunklen Nacht ihre ganz eigene Lichtshow generieren, und irgendwie für mystische und geheimnisvolle Stimmung sorgen.

Mit dem Shuttlebus nach Kastellaun. Sie ist schon ganz schön lang, die Schlange, die da am Freitagmittag am Funkmast auf Beförderung wartet. Doch aufgrund der Vielzahl der eingesetzten Busse muss man nicht allzu lange verweilen, ehe man in die rund zehn Minuten entfernte Stadt chauffiert wird. Einmal frisch machen, die Ruhe und den Timeout genießen, ein paar Grill-Utensilien einkaufen – und zurück ins Camping Village. Klingt nach einer Aktion, die maximal eine Stunde dauert? Weit gefehlt. Man sollte hierfür schon das Dreifache ansetzen – vor allem, wenn man Mädels im Schlepptau hat, die beim Duschen „etwas“ mehr Zeit benötigen – nicht wahr, Melli? Witzig: Wir trafen einen Typen, der den Shuttle als Trauzeuge bestieg. Denn ein mit ihm befreundetes Pärchen wird heute auf der Burg in Kastellaun heiraten. Auf Nature One vor zehn Jahren kennengelernt, sagen sie heute „Ja, ich will“.


Nach dem obligatorischen Angrillen wappnet man sich dann für eine lange Nacht. Der Weg von F15 bis zur Pydna beträgt nach vorsichtigen Vorab-Schätzungen unserer bisherigen Erfahrungs-Expertise eine gute halbe Stunde. Mag für manch einen diffus klingen, warum das Party-Areal so weit entfernt liegt – doch sei denen gesagt, dass das Campingdorf nun mal die Größe von 1.000.000 Quadratmetern hat. Und zum Trost wussten wir auch, dass es die „Nachbarn“ auf F21 noch um einiges weiter hatten. Es folgt der nächste Grund für das „Warum?“. Warum man sich das antut. Die Strecke zur Pydna ist einzigartig. Von Schotter und Wiesen auf dem Campingplatz dann auf asphaltierten Boden, der die Breite eines Feldweges hat. Eine einzige Masse, die hier im langsamen Schritttempo entlang läuft. Immer wieder der Gedanke „Die passen doch nie und nimmer allesamt aufs Gelände“. Ein weiterer Gedanke ist: „Wenn ich jetzt in diesem Moment stehen bleibe, gerät die komplette Menschenmenge ins Stocken. Oder schlimmer: Fällt um wie Dominosteine.“ Je näher du der Pydna kommst, desto lauter wird die Geräuschkulisse, bestehend aus Bässen, die über das dicke Mauerwerk der mit Stacheldraht zusätzlich geschützten Ex-Raketenstation schallen. Auch die Partyaufrufe werden laut und lauter, je näher man dem Eingang kommt. Da wir als Pressemitarbeiter akkreditiert sind, haben wir das Privileg, durch den VIP-Eingang gehen zu dürfen. Kein Warten. Dann der mit Spannung erwartete Augenblick. Wie die Location im Hellen aussieht, ist mir seit gestern bereits bekannt. Doch wie wird die Lichtuntermalung des Sounds das Ganze verändern? Dass man mit einem ausgefeilten und perfekt gesteuerten Lichtsystem rechnen kann, ist für mich nichts Neues. Neu hingegen ist stets, was das Auge letztendlich erreicht, da jedes Jahr ein neues Floorkonzept erschaffen wird – vor allem auf den vier Mainfloors. Während sich meine Freunde die Show auf dem Open Air Floor etwas genauer ansehen, bereite ich mich backstage noch kurz auf das Interview mit Cosmic Gate vor, das für 22:00 Uhr angesetzt ist. Kurz vor dem Termin ertappe ich die Jungs am Buffet, plaudere kurz mit ihrer Managerin Rabea, ziehe mir noch einen Kaffee, ehe wir uns dann kurz darauf zu viert im Container wiederfinden. Da ich bereits schon einmal das Vergnügen mit Nic und Bossi hatte, ist die Stimmung sehr vertraut und das Gespräch mit 45 Minuten alles andere als kurz. Feucht-fröhlich war es dann auch noch, da man sich mit einem leckeren Bierchen in der Hand über „20 Jahre Cosmic Gate“ und „25 Jahre Nature One“ unterhielt. Dieses Interview könnt ihr übrigens im Laufe der nächsten Tage auf www.fazemag.de lesen.

Du stehst in einem Menschenmeer, geballt auf engem Raum, zusammen mit 15.000 Personen. Du blickst in den Himmel und wirst von Dutzenden Lichtern in ihrer vielfältigsten Art und Weise getroffen, von Lasern fasziniert, die gefühlt kilometerweit in den Nachthimmel schießen und die Energie haben, als könnten sie Stahl durchbohren. Die große Traversenkonstruktion erstreckt sich über deinem Kopf und du fühlst dich völlig „out of space“, denn was hier visuell geboten wird, ist einfach nicht von dieser Welt. Mal ist die Szenerie leuchtend-grell, mal sphärisch-dunkel. Mal ist sie durch die Stroboskope völlig surreal, und mal ist sie ein Leuchtfeuer an bunten Lichtern. Mal ist sie durch die Flame-Jets glühend heiß, mal durch die CO2-Shooter eiskalt. Eins ist sie aber immer: pure Gänsehaut. Die Rede ist vom Open Air Floor – und der nächsten Antwort auf das „Warum?“. Denn auf keinem mir bekannten Festival wird das Lichtdesign über der Tanzfläche erbaut. Keine Bühne im XL-Format, kein Konfetti. Das Konzept ist hier ein ganz anderes: Rave. Denn als Nature One vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, hatte die Raving-Society Hochkonjunktur – und in den Clubs waren sie ebenfalls über dem Dancefloor errichtet: die Lichtsysteme. Und die schaffen ein unbeschreibliches Gefühl, wenn du dort stehst, den Sound aus dem Surroundsystem hörst und die Leuchtkraft auf dich einwirkt. Zwei absolute Alleinstellungsmerkmal von Nature One: Die Licht-Inszenierung über den Köpfen der Partypeople und die Vier-Punkt-Beschallung, die für exquisiten Klang sorgt – egal an welcher Stelle du dich auch befindest.

Generell ist es auch einfach die Location, die für so viele „magic moments“ sorgt. Denn wir sind hier nicht auf einem brachliegenden Acker, auf keinem stillgelegten Flugplatz und auch nicht auf irgendeiner Großstadtwiese. Die Pydna ist eine Kulisse, die sich Mutter Natur im Laufe der Jahre mehr und mehr zurückerobert. Grashalme, die aus meterdickem Beton sprießen, wo bis 1989 noch Atomraketen gelagert wurden. Sonnenblumen, die aus dem Asphalt wachsen, wo an 362 Tagen die Bundeswehr Übungen veranstaltet. 15 Meter hohe grasbewachsene Bunker, auf denen während Nature One die Clubs beheimatet sind – mit perfektem Blick auf die Mainfloors. Fünf Meter hohe Tore, die herabgelassen sind und durch tonnenschweren Stahl Einhalt gebieten – sie sind heute geöffnet und ebnen den Weg zu weiteren Clubs. Drinnen 120 Menschen – draußen, und somit nur ein paar Meter entfernt: 15.000 Menschen auf dem Open Air Floor. Biergartenbeleuchtung an den Wegen. Bunte Scheinwerfer, die Bäume anstrahlen. Riesige Visuals, die abgefahrene Motive auf Zirkuszelte projizieren, in denen weitere Clubs angesiedelt sind. Ein Zehnmasterzelt, das für Techno steht: der Century Circus. Ein kleineres als Homebase für House, Minimal & Co.: Home Base. Und der Classic Terminal als Open-Air-Fläche für alle Freunde des „Sound of the 90s“, im technoiden Sinne, versteht sich. Hier gibt es keine Highend-Ausstattung in Sachen Lichttechnik. Gab es ja in den 90er Jahren ebenfalls nicht. Und genauso fühlt man sich hier auch, als ob man gerade aus der Zeitmaschine gestiegen und zum Beispiel im Jahr 1994 gelandet wäre. Damals kannte man die Tracks noch alle namentlich, mit Interpret und Label, auf dem das Vinyl erschien. Und dieser Sound – er catcht nicht nur die Leute, die damals live dabei waren – wobei wir wieder bei den „alten Hasen“ wären. Nein, er erreicht auch die Generation Facebook, und jünger. Der Beweis hierfür war der stets volle Dancefloor dieses jenen Classic Terminals, mit 25 Geburtstagskerzen auf der Trussingkonstruktion. Der Classic Terminal – ein echter Klassiker.

And then we started to dance. Zuvor haben wir allerdings erst einmal geschlafen. Beziehungsweise „geschlafen“. Wenn man etwas bei Nature One nicht braucht, dann ist es ein Wecker. Denn irgendein Nachbar hat bestimmt eine Anlage aufgebaut und befeuert in Dauerbeschallung die Umgebung. Was man allerdings ebenfalls nicht gebraucht hätte, war HUGEL im Home Base am Samstag. Denn „DJ“ darf sich so etwas ehrlich gesagt nicht nennen. Einen Track komplett ausspielen, dann eine Anmoderation zum nächsten Titel machen, diesen erneut ausspielen und so weiter und so fort – das könnte selbst meine Nachbarin. Und die ist 78 und ist sicherlich alles, nur kein DJ. Joris Voorn hingegen hat seine Hausaufgaben gemacht und ein großartiges Set auf dem Open Air Floor abgeliefert. Eine Mischung aus Deep Trance und deepem House. Eine wunderschöne Lichtshow untermalte den Sound absolut hervorragend. Cool auch die Performance von Eric Prydz, die wir uns von oben angesehen haben. Tolle Eindrücke, die Masse aus 15 Metern Höhe vom Hügel aus zu sehen. Und dann lief „Insomnia“ von Faithless auf dem Open Air Floor – und die Menge tobte. Zurecht. Das Feuerwerk bildete den vorläufigen Höhepunkt der 25. Nature One, mit einem kurzen Flashback in die Vergangenheit, sichtbar auf der großen Videowand. Paul van Dyk: klassisch gut, wie immer. Und Markus Schulz: progressiv, stampfend, treibend. Da es in der Nacht von Samstag auf Sonntag ziemlich frisch ist, haben wir uns kurzerhand im Century Circus aufgewärmt und zu den Beats eines erstklassig abliefernden Richie Hawtin gelauscht. Fast-forward, straighter Techno, brachiale Bässe – besser geht nicht! Und dann ist es auch schon kurz nach halb vier. Mein Handy signalisierte mir: Eine WhatsApp von DJ Dag, mit Bestätigung, dass er angekommen sei und sich auf das Interview freue. Aufwärmen, Teil 2. Im Container bei 50-minütigem Plausch mit der lebenden DJ-Legende, die alljährlich das Closing-Set bei Nature One spielt, von 06:00 bis 08:00 Uhr. Dieses Interview findet ihr abgedruckt in der FAZE-September-Ausgabe, mit Foto von DJ Dag, das beim Sonnenaufgang während seiner Show bei Nature One entstand.

Das Zelt liegt mittlerweile ausgebreitet zum Auslüften auf meiner Terrasse, die übrig gebliebenen Grillanzünder sind wieder wohlweißlich verstaut, das Auto ist ausgesaugt und von den letzten Grashalmen der Hunsrück-Wiesen befreit, und mein körperlicher Akku ist wieder auf 100 Prozent aufgeladen. Oder anders: Ich bin zurück von Nature One.

Wer hoffnungsvoll auf eine Review mit vielen Details der auflegenden DJs gehofft hat, möge mir verzeihen. Aber ich fand es wichtiger, die Priorität einmal auf andere Dinge zu legen. Denn wer wann gespielt hat, kann im Timetable eruiert werden. Und wie gut der einzelne Act war, das lässt sich in den nächsten Tagen auf Soundcloud akustisch rausfinden.

Fazit: Nature One war, ist und wird für mich (wahrscheinlich) immer bleiben: das beste Festival, das ich persönlich kenne. Diese unendliche Energie, die dort entsteht, dieses wahrhaftig reale grenzenlose Wir-Gefühl, diese einzigartige Community, dieses friedvolle Come-together und diese wunderbare Location zwischen Hügeln, Wald und Wiese, zusammen mit einem überaus vielfältigen Line-up und einer unverwechselbaren Lichtshow machen es für mich persönlich einfach zu dem besten Event des Jahres. Und das seit 1998.

(C) Fotos: Torsten Widua