Neue App für DJ-Bewertungen löst Kritik bei Artists und Clubgängern aus

Eine neue App namens „Seen Live” hat in der Clubszene eine Debatte ausgelöst. Die Anwendung wurde als eine Art „Letterboxd für Clubbing“ beschrieben: Nutzer sollten besuchte Events archivieren, Fotos und Videos hochladen und DJ-Sets, Festivals oder Live-Shows bewerten können.

Genau diese Bewertungsfunktion sorgte für massive Kritik. Mehrere Künstler und Clubgänger warnten davor, subjektive Cluberfahrungen weiter in Zahlen, Scores und öffentliche Rankings zu übersetzen. Befürchtet wurden unter anderem Review-Bombing, gefälschte Bewertungen, zusätzlicher Druck auf DJs und neue Angriffsflächen für sexistische oder abwertende Kommentare. Immer wieder wurden auch Parallelen zur britischen Erfolgsserie „Black Mirror”-Folge gezogen. Die TV-Show ist dafür bekannt, dystopische Szenarien im digitalen Zeitalter zu inszenieren.

Die italienische DJ Elisa Bee kritisierte gegenüber Resident Advisor, künstlerische Erfahrungen müssten nicht zwangsläufig gemessen oder bewertet werden. Sunil Sharpe verglich die Idee, DJs wie Lieferdienste zu bewerten, mit einer Abwertung des Handwerks. DJ Marcelle zeigte sich dagegen eher gleichgültig und verwies darauf, dass künstlerische Arbeit nicht von Publikumsbewertungen abhängig sein sollte.

Nach der Kritik teilten die Entwickler mit, dass die Bewertungsfunktion entfernt werden soll. Die App solle künftig stärker als persönliches Archiv für besuchte Veranstaltungen dienen.

Quelle: Resident Advisor

Foto: KI-generiert

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