
Das Bayerisches Landeskriminalamt sieht sich mit einer wachsenden Vielfalt an illegalen Drogen konfrontiert. Besonders sogenannte neue psychoaktive Substanzen (NpS) stellen Ermittler und Forensiker vor große Herausforderungen. Allein im Jahr 2025 forderten diese Stoffe in Bayern 24 Todesopfer, während die Zahl der registrierten Fälle um rund 60 Prozent auf über 1.300 anstieg.
Nach Angaben der Behörden hat sich der Drogenmarkt in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Während früher nur wenige klassische Substanzen dominierten, sind heute mehrere Hundert unterschiedliche Wirkstoffe im Umlauf. Hersteller umgehen Verbote, indem sie chemische Strukturen leicht verändern und so neue Varianten auf den Markt bringen. Diese Entwicklung erschwert die Strafverfolgung und erhöht gleichzeitig die Risiken für Konsumenten.
Ein zentrales Problem bleibt jedoch Kokain – insbesondere in München. Der Leiter des Münchner Drogendezernats spricht dort von einer anhaltenden „Schwemme“. Der Preis für ein Gramm ist teilweise auf unter 70 Euro gefallen, wodurch die Droge inzwischen in allen sozialen Gruppen verbreitet ist.
Parallel beobachten die Behörden neue Vertriebswege. Vor allem junge Menschen bestellen Substanzen zunehmend über das Internet, häufig ohne zu wissen, welche Wirkstoffe enthalten sind oder welche gesundheitlichen Gefahren bestehen.
Die Ermittlungsbehörden sehen sich daher mit einem dynamischen und schwer kontrollierbaren Markt konfrontiert. Neben klassischen Drogendelikten rückt zunehmend die Analyse neuer synthetischer Stoffe in den Mittelpunkt – ein Bereich, der für Polizei und Justiz immer komplexer wird.
Quelle: tz
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