
In Berlin häufen sich aktuell Warnungen rund um vermeintliches Mephedron. Was als bekannte Partysubstanz verkauft wird, ist laut Drug-Checking-Stellen immer häufiger etwas ganz anderes. In zahlreichen Proben wurden statt Mephedron zuletzt 4-CMC sowie zunehmend NEP (N-Ethyl-Pentedron) nachgewiesen. Bei den Substanzen handelt es sich um zwei Stoffe, die deutlich schlechter erforscht sind und teils wesentlich riskanter wirken.
Das Problem dabei liegt auf der Hand. Wer glaubt, Mephedron zu konsumieren, dosiert oft nach Erfahrung. Nur hilft in diesem Fall Erfahrung wenig, wenn im Beutel plötzlich Chemie-Bingo steckt. Besonders NEP kann bereits bei ähnlicher Menge deutlich unangenehmere Nebenwirkungen auslösen. Genannt werden Herzrasen, Übelkeit, Panikzustände und psychotische Symptome. Der klassische „Ich nehm nur ein bisschen“-Moment endet dann schnell in einer äußerst unangenehmen Nacht.
Auch Berliner Kliniken beobachten dem Bericht zufolge seit Längerem mehr Fälle mit Überdosierungssymptomen im Zusammenhang mit mephedronähnlichen Substanzen. Statt Afterhour mit Sonnenbrille endet es dann meist im Wartezimmer mit Neonlicht.
Bereits Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Drugchecking Berlin Zahlen, die wenig Vertrauen in die Straßenware machen. Nur 122 von 422 getesteten Proben enthielten tatsächlich Mephedron. Der Rest bestand aus anderen Stoffen, Mischungen oder stark verunreinigtem Material. Anders gesagt: Die Trefferquote liegt ungefähr zwischen Münzwurf und Totalausfall.
Hinzu kommt ein altbekanntes Marktprinzip. Wird ein Stoff schwieriger verfügbar oder rechtlich riskanter, tauchen kurz darauf neue Ersatzsubstanzen auf. Haben wir in der Vergangenheit schon mit den verschiedensten Substanzen mitbekommen. Die Namen klingen dann wie WLAN-Passwörter, die Wirkung bleibt jedoch sehr real und oft schwer kalkulierbar.
Dass solche Stoffe längst nicht nur in improvisierten Küchenlaboren entstehen, zeigte auch ein 2025 in Nauen ausgehobenes Drogenlabor, in dem laut Bericht große Mengen mephedronähnlicher Substanzen produziert wurden. Der Hobbykeller hat also Konkurrenz von der industriellen Variante bekommen.