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Niederlage für Magdalena


Die Silvester-Party war wohl (vorerst) die letzte Party in der Magdalena. Am Montag, den 2. Januar wurden die Schlösser zum Club von dem Sicherheitsunternehmen des Insolvenzverwalters ausgewechselt. Die Magdalena-Crew hat somit keinen Zutritt mehr. Seit Juni wird um das Fortbestehen der Magdalena gekämpft, im Dezember spitzte sich der Rechtsstreit weiter zu. Der Insolvenzverwalter bot den Club zum Verkauf an, obwohl die Betreiber der Magdalena allerhand Asse im Ärmel hatte. Vergebens.

Jemand Fremdem die Magdalena zu überlassen, war für die Betreiber schon eine Horrorvorstellung, sie haben viel Herzblut in den Club gesteckt und gründeten die Magdalena UG, um weiterhin Veranstaltungen durchführen zu können, wie die Gäste sie von der Magdalena kennen. Die Magdalena UG wurde zum Untermieter der Magdalena Betriebsgesellschaft mbH. Das ging eine Zeit lang gut, die Gäste konnten wie gewohnt feiern. Doch dann sollte der Club doch zum Verkauf frei gegeben werden, der Insolvenzverwalter wollte den Club veräußern. Doch an wen der Club jetzt überschrieben wird, ist ein zusätzlicher Schlag ins Gesicht. Der Zuschlag ging an die Matrix Club & Event GmbH. Weder die Magdalena-Crew noch ihre Gäste finden das okay. Magdalena war eine zuverlässige Adresse für gute Techno-Partys in Berlin, jetzt könnte es Kulisse des TV-Formats „Berlin Tag und Nacht“ von RTL 2 werden. Auf Facebook gibt es dazu Reaktionen wie diese zu lesen: „WTF!!! Matrix!!! Berlin Tag und Nacht in der Magda, ich könnt KOTZEN“.

Der Austausch der Schlösser sei eine Maßnahme zum Schutz vor der Magdalena UG gewesen, sagt Rechtsanwältin Hotopp (mit dem Fall betraute Rechtsanwältin der Insolvenzkanzlei). Dies ist eine Reaktion auf die vehementen Auseinandersetzungen im Dezember mit der Magdalena UG. Der Magdalena-Belegschaft wurde noch in der Silvesternacht Hausverbot erteilt, von einer von der Insolvenzverwaltung bestellten Security. Die Einnahmen der Silvesterveranstaltung mit u.a. Alfred Heinrichs, K-Paul und Nico Pusch wurden laut Hotopp nicht in die Insolvenzkasse eingezahlt und die Dezembergehälter noch nicht beglichen.

Ende Mai 2016 als das Insolvenzverfahren eingeleitet wurde, hörte es sich so an, als wolle man gemeinsam an einem Strang ziehen. Der Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Saulus erklärte zusammen mit der Magdalena Betriebs GmbH, dass es das Ziel ist die Sanierung des Clubs fortzusetzen. Der damalige Geschäftsführer Mill sagte, er wolle die Jobs der 51 Festangestellten dauerhaft sichern. Es wurde zusätzlich die UG gegründet um weiterhin agieren zu können.

Am Montag wurde dann zu Ungunsten der Magdalena beschlossen, der Insolvenzverwaltung Recht zu geben. Der Antrag auf Erlass einer einstweilige Verfügung gegen Insolvenzverwalter Voigt-Saulis wurde abgewiesen. Die gesellschaftsrechtlichen Tricks die Betriebsgesellschaft mbH zur Veranstaltungs UG zu machen haben im Endeffekt nicht funktioniert. Daniel Mizgalski von der Magdalena konnte vor Gericht keinen Gesellschaftsvertrag für eine gemeinsame GbR zwischen den Gesellschaften vorlegen. Ausschlaggebend für das Gericht gegen die Magdalena zu richten war weiterhin, dass im Insolvenzvertrag der Betriebsgesellschaft mbH keine solche Gesellschaft erwähnt wurde. Außerdem habe die UG über keine Arbeitnehmer verfügt und die insolvente Betriebsgesellschaft nicht regelmäßig finanziell unterstützt. Auch die Bereiche Personalführung, -planung und Booking wurden von ein und der selben Person (Daniel Mizgalski) durchgeführt. In den Augen des Gerichts habe Mizgalski somit im Namen der Betriebsgesellschaft gehandelt. Er war sowohl Gesellschafter der Betriebs mbH als auch der Veranstaltungs UG.

Die Magdalena schreibt auf Facebook sie wollen uns auf dem Laufenden halten.
Die Matrix äußerte sich bis dato noch nicht dazu, man bereite aber ein Statement vor.
Der Rechtsstreit geht jedenfalls noch weiter, Voigt-Saulus kündigte bereits an einen Strafantrag wegen der fehlenden Silvestereinnahmen zu stellen.

 

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