Pariser Underground-Label rettet Berliner Presswerk vor der Insolvenz

Das Pariser Vertriebs- und Labelnetzwerk Yoyaku hat die Vermögenswerte des Berliner Vinylpresswerks OBJECTS Manufacturing übernommen. Damit ist der Fortbestand der Anlage gesichert, nachdem das Presswerk im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hatte und die Produktion Anfang 2026 unter neuer Struktur wieder anlief.

Ein großer Teil des bisherigen Teams bleibt an Bord, darunter auch Gründer Jeremy Guillot. Dadurch sollen zentrale Kompetenzen in den Bereichen Galvanik, Pressung, Qualitätskontrolle und Logistik erhalten bleiben. Yoyaku-Gründer Benjamin Belaga übernimmt künftig direkt die Geschäftsführung von OBJECTS Manufacturing und zieht dafür nach Berlin.

Das Werk arbeitet mit mehreren Alpha-Phoenix-Pressen sowie einer eigenen Galvanik-Linie. Damit können Lackfolienbearbeitung, Stamper-Produktion, Pressung und anschließende Abwicklung weitgehend intern erfolgen. Yoyaku versteht die Übernahme nicht als Verlagerung seiner Pariser Aktivitäten, sondern als Aufbau einer langfristigen Produktionsbasis für unabhängige Labels in Europa.

Parallel startet mit Kurtezy eine neue Berliner Plattform für physische Distribution und Logistik, die direkt aus der Fabrik heraus operieren soll. Geleitet wird das Projekt von Jamie Fry, Gründer von KMA60, gemeinsam mit Sammy Dee, bekannt durch Perlon und Get Perlonized.

OBJECTS Manufacturing hatte im Oktober Insolvenz angemeldet. Als Gründe galten unter anderem gestiegene Produktionskosten und zunehmender Wettbewerb im europäischen Vinylmarkt.

Auf Yoyaku, das in Paris einen eigenen Plattenladen betreibt, haben seit 2015 Künstlerinnen und Künstler wie Laurent Garnier, Christian AB, Janeret, Roger Gerressen und Satoshi Tomiie releast. Das Imprint setzt seinen Fokus primär auf House und Minimal, aber auch auf Electro, Dub Techno und Ambient.

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