Das Zombie-Genre ist nicht tot zubekommen! Horror, Comedy oder Arthouse: Die Untoten wankten bereits durch unzählige Genres und machen nun die Rave- und Clubszene unsicher. Seit mehr als zwei Jahren geistert „Ravers“ über Festivals und durch Nerdkreise. Jetzt erhält der Partyreigen seinen Release – zumindest in Kanada.

Was durften Zombies nicht schon alles erleben! Obwohl sie dem breiten Publikum als hungrige Allesfresser aus der Erfolgsserie „The Walking Dead“ bekannt sind, hatten die blassen Geschöpfe mit Gehproblemen bereits diverse Genre-Ausflüge hinter sich gebracht, die so gar nicht ihrem Naturell entsprachen. In der Liebesromanze „Warm Bodies“ von 2013 verliebte sich Nicholas Hoult als Untoter in eine der wenigen Überlebenden, die sein Herz wieder zum Leben erweckte. In der Arthouse-Comedy „The Dead Don’t Die” von Altmeister Jim Jarmusch gehen die Zombies dagegen weiterhin ihrem öden Alltag nach, als ob nichts geschehen wäre. Mit Blick auf unser eigenes Leben stellt sich die Frage: Sind wir vielleicht auch schon tot?

Mit stampfendem Beat und hoher BPM-Zahl starten die schlurfenden Leichen nun ihren ersten Rave. Alle Kritiker, die behaupteten, die elektronische Musik sei tot, mögen sicherlich ihren Spaß an dieser ungewollten Kombination haben. Bereits 2018 auf dem britischen FrightFest feierte die Horror-Comedy „Ravers“ zum ersten Mal seine Premiere und verschwand für lange Zeit von der offiziellen Bildfläche. Festivalgänger erhielten auf dem einen oder anderen Event durchaus noch die Chance, den Film zu sehen, doch einen offiziellen Release-Termin gab es nie. Der ehemals angedachte Start in 2019 fand nicht statt. Nun dürfen sich zumindest kanadische Raver über einen Start Ende April 2020 freuen. Alle anderen Territorien müssen sich weiterhin in Geduld üben.

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Im Stroboskoplicht wird es blutig

Die Geschichte von „Ravers“ ist entsprechend seines Genres von einfacher Natur: Jungreporterin Becky – gespielt von Georgia Hirst aus „Vikings“ – will endlich mit ihrer ersten großen Story für Aufsehen sorgen. Angestachelt von ihrer Editorin – gespielt von Natasha Henstridge, die mit „Species“ noch in Erinnerung sein sollte – nimmt Becky ihren Mut zusammen und will sich einfach vom Leben treiben lassen. Nur so finden sich die großen Stories von allein. Als Becky durch ihre Cousine Ozzy Zugang zu einem geheimen Labor erhält, schwant ihr Böses. Ihre Vermutung bestätigt sich in Kürze: Die ungewöhnlichen Substanzen landen in Energy-Drinks, die kurze Zeit später auf einem Rave verteilt werden sollen. Während der Party beginnt das unausweichliche Chaos: Nachdem die ersten Gäste von dem süßen Getränk gekostet haben, verwandeln sich die Raver in gierige Zombies.

Becky und ihren Freunden bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, die Party lebend zu verlassen. Die gute Nachricht: Die blutgierigen Raver können mit lauter Musik ruhig gestellt werden. Aber wehe, die Beats verstummen… Ein kleiner Seitenhieb auf reale Partys darf vermutet werden. Fans von harter Trance-Musik dürfen sich auf einen durchgehenden Soundtrack freuen. Für alle anderen wird es anstrengend.

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Wandeln auf Abwegen

Die Ausflüge in unbekannte Gefilde sind für Zombies keine Seltenheit mehr. Sie erfreuen sich auch in Büchern oder Games großer Beliebtheit: In dem Roman „Die Hungrigen“ von M. R. Carey führt die Suche nach einem Heilmittel zu ungewöhnlichen Vorgehensweisen, während im Spielautomaten „Full Moon Fortunes“ auf William Hill die Untoten mit allerlei anderen Fantasywesen auf fünf Walzen für Spielspaß sorgen. Mit Ungeheuern, Symbolen und Zahlen muss die richtige Kombination zum Glück gefunden werden.

Das Thema ist präsenter als je zuvor und wird sich auch in Zukunft als Dauerbrenner erweisen. Nachdem „The Walking Dead“ mit seinem neuen Ableger „World Beyond“ auf Amazon Prime in den Startlöchern steht und Brad Pitt mit „World War Z 2“ schon seit vielen Monaten wirbt, darf sich vorerst „Ravers“ als Vertreter des Genres beweisen. Wem der Film nicht zusagen sollte, darf zumindest auf einen coolen Soundtrack mit viel Druck freuen.