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Zugegeben, Osnabrück ist nicht unbedingt der musikalische Nabel der Welt. Ja nicht einmal der musikalische Nabel des Landes. Und doch kommt ausgerechnet aus der niedersächsischen Mini-Metropole mit Robin Schulz ein Mann, der mit seiner Interpretation von sommerlich deepem House die Charts fest im Griff hat. Nicht nur sein Remix zu „Waves“, einem Song des niederländischen Rappers Mr. Probz, schaffte es auf Anhieb auf Rang 1 – in Deutschland, wie auch in diversen anderen europäischen Ländern. Dasselbe geschah auch mit Robins Neubearbeitung des Stücks „Prayer in C“, im Original vom französischen Folkpop-Duo Lilly Wood & The Prick, das sich bei Entstehung dieses Artikels u.a. in 17 Ländern an der Spitze der iTunes Charts befindet. Mit seinem chilligen Groove trifft Robin Schulz gerade offenbar mitten ins Schwarze, was sicherlich auch der Jahreszeit geschuldet ist. Beide Songs bilden den perfekten Soundtrack für laue Sommernächte, und beide Songs stehen jetzt schon für den typischen Schulz-Sound. Dem 27-Jährigen ist es gelungen, in kürzester Zeit eine eigenen Marke zu kreieren, die er im Herbst mit einem ersten Studioalbum festigen möchte.

Für Außenstehende mag es so aussehen, als sei der Erfolg über Nacht gekommen, doch tatsächlich ist Robin schon viel länger der elektronischen Musik zugetan, veranstaltet bereits seit geraumer Zeit Partys in Osnabrück namens „Electroschnipsel“. Mit zwei Kollegen gründete er das Label Lausbuben Records, das aufgrund der aktuellen Ereignisse jedoch erst mal nicht im Fokus steht. Dass dann alles ganz schnell ging, bedeutet einfach nur, dass Robin zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. „Über Nacht ist das wirklich nicht passiert, so einfach ist das dann doch nicht. Aber es ist schon unbeschreiblich, was zur Zeit abgeht.“ Dass es überhaupt soweit kommen konnte, hat Robin unter anderem seiner frühen musikalischen Sozialisierung zu verdanken, denn schon sein Vater war einst DJ. „Das war sicherlich ein Faktor für mich, selbst DJ zu werden“, glaubt er. Seine ersten Helden in Sachen elektronischer Musik sind jedoch nicht die alten Chicago-Recken, sondern topaktuelle Künstler wie Lexy & K-Paul und Booka Shade, erzählt er.

Dass es nicht unbedingt von Nachteil ist, in Osnabrück zu leben, und dass es eben nicht immer Berlin sein muss, belegt Robin Schulz überdeutlich und macht aus der Liebe zu seiner Heimatstadt auch keinen Hehl: „In Sachen Veranstaltungsreihen haben wir hier einiges zu bieten. Freunde von mir betreiben regelmäßige Events mit Big Names wie andhim, Format:B, Pan-Pot etc. Es wird einem auf keinem Fall langweilig. Ansonsten bin ich hier gerne zu Hause, habe hier meine Freunde. Osnabrück ist eine überschaubare Stadt, ich fühle mich in ihr einfach wohl und möchte auch gar nicht so schnell weg.“ Trotz des plötzlichen Erfolgs ist Robin Schulz also von Höhenflügen weit entfernt und weiß ganz genau, wo er herkommt. Und selbst wenn das Ganze schon mal Neider auf den Plan ruft – „Es kommen immer mal ein paar fiese Facebook-Posts, aber das hält sich zum Glück noch in Grenzen.“ – nimmt er sich davon nichts an. Ebenso wenig, wie er sich von zwei Nummer Eins-Hits unter Druck setzen lässt. „Ich genieße einfach die aktuelle Zeit so wie sie ist“, sagt er schlicht dazu. Doch die Gunst der Stunde zu nutzen, genau jetzt ein Album an den Start zu bringen, ist sicherlich nicht die dümmste Idee. Bis Mitte September wird es noch dauern, bis das Debüt in den Läden steht. „Das Album ist seit ein paar Tagen komplett fertig. Geplant ist, es dann im September zu veröffentlichen … Dort wird man einige Tracks von mir hören, die ich vor einiger Zeit schon produziert habe, als ich noch unbekannt war. Aber es sind auch viele neue Sachen dabei, die ich in der letzten Zeit gemacht habe.“ Mehr möchte Robin aktuell noch nicht verraten, da das Tracklisting noch nicht final feststeht. Doch wenn es schließlich soweit ist, werden wir den Longplayer und Robin selbst dazu noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Fest steht, dass wir noch mehr sanfte, sommerliche Sounds von ihm erwarten können, denn das ist einfach sein Ding. „Vorhersehen kann ich leider noch nicht, wie es irgendwann mal mit mir weiter geht. Aber im Moment denke ich, dass ich mich auf diesen Sound festlege, was man auch beim Album merken wird.“

Bis dahin wird Robin noch so manchen Gig spielen. Nicht nur war er schon auf der MAYDAY gebucht, nun stehen auch noch NATURE ONE und andere größere Events auf dem Plan. Etwas, das für ihn bis dato schwer zu realisieren ist. „Ohjaaa, es ist einfach echt krass, was abgeht. Aber ich möchte mit niemandem auf der Welt tauschen“, freut er sich, auch wenn ihm aktuell kaum Zeit für Privates bleibt. „Besonders jetzt im Sommer habe ich wenig Zeit, irgendetwas zu planen, weil ich so gut wie nonstop auf Tour bin. Aber eine kleine Urlaubsreise zum Entspannen ist ab und zu mal drin … Gerade erst habe ich auch meinen Videodreh zu ‚Willst Du‘ hinter mich gebracht.“ Im September steht mit dem Rundance in Hamburg und Berlin ein Event auf Robins Schedule, das es so zuvor noch nicht gegeben hat. Joggen zu DJ-Klängen. Auch für ihn natürlich ein Novum. „Dieses Event ist ganz interessant, von so einer Veranstaltung habe ich zuvor noch nie etwas gehört: Elektronischen Sound auflegen, während andere fleißig laufen. Musikalisch werde ich mich dafür nicht verändern, sondern meinen gewohnt melancholischen Sound abliefern.“ Sein Set dürfte also gerade entspannten Läufern entgegenkommen. Robin selbst wäre auch gern sportlich aktiver, wenn nur das viele Reisen nicht wäre: „Erfindet mir bitte ein mobiles Laufband, passend für jedes Handgepäck, und ich fange morgen an.“ Erst mal aber steht wohl der Run auf die Albumcharts an, und mehr dazu erfahrt ihr dann zum Release des Werks an dieser Stelle.

 

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