
In Russland sind der Betreiber und zwei Mitarbeiter eines Nachtclubs zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Nach Angaben von Mediazona sprach das Bezirksgericht in Orenburg die drei Angeklagten im Zusammenhang mit dem Club Pose schuldig. Ihnen wurde vorgeworfen, die Aktivitäten einer „extremistischen Organisation“ unterstützt beziehungsweise daran teilgenommen zu haben.
Gemeint ist damit die sogenannte „internationale LGBT-Bewegung“ – eine nicht real existierende Organisation, die der Oberste Gerichtshof Russlands im November 2023 als „extremistisch“ einstufte. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren die Einstufung als Instrument, um LGBTQIA+-Personen und ihr Umfeld gezielt verfolgen zu können. Alle drei Angeklagten hatten auf nicht schuldig plädiert.
Clubbetreiber Vyacheslav Khasanov wurde zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von einer Million Rubel verurteilt. Clubmanagerin Diana Kamilyanova erhielt sechs Jahre und drei Monate, Art Director Alexander Klimov zwei Jahre und drei Monate.
Der Club Pose war im März 2024 von der Polizei durchsucht worden. Berichten zufolge fanden dort Drag- und Parodie-Veranstaltungen statt. An der Kampagne gegen den Club waren auch die Nationalgarde und die ultrakonservative Gruppe „Russische Gemeinschaft von Orenburg“ beteiligt. Zeugen berichteten laut Mediazona, Besucher und Mitarbeiter seien bei der Razzia getreten und mit Elektroschockern angegriffen worden. Später tauchte online ein Video auf, in dem Drag-Performer offenbar gezwungen wurden, Namen und Adressen zu nennen.
Der Fall ist Teil einer verschärften Repressionswelle gegen queere Kultur und Nachtleben in Russland. Bereits zuvor war die Clubbetreiberin Tatiana Zorina in Chita unter ähnlichen Vorwürfen verurteilt worden. Ihre Strafe wurde laut Mediazona inzwischen auf sechs Jahre und zwei Monate erhöht.
Quelle: Mixmag, Mediazona
Symbolfoto: KI-generiert
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