
Schwere Zeiten für das Bachblyten Festival aus Schleswig-Holstein: Gleich mehreren Personen, einschließlich einer Person aus der Leitung, wird sexualisierte Gewalt vorgeworfen.
Nachdem die Artists Punching Polly und Sophie Cut ihre Gigs aufgrund der Vorwürfe abgesagten, folgten auch Sabura, Fab Massimo, Mauricemino, DJ Nasendusche, Roman Adam und skkinvelvet.
„Ich distanziere mich klar von sexualisierter Gewalt und Strukturen in denen solche Vorwürfe nicht konsequent aufgearbeitet werden“, schreibt Roman Adam in einer Instagram-Story. Es ginge um das „höhere Ziel, Festivals als sichere Orte zu schützen“, so Fab Massimo.
Tatsächlich hat sich das Organisationsteam des Festivals mittlerweile mit zu diesem Zeitpunkt eher untypisch deutlichen Konsequenzen zu Wort gemeldet. Sämtliche Beschuldigte wurden von ihren Aufgaben entbunden und vom Festival ausgeschlossen.
„Wir nehmen die Situation sehr ernst und werden uns unmittelbar nach dem Festival um eine umfassende und sorgfältige Aufarbeitung bemühen, bei der wir zur professionellen und abschließenden Klärung auch externe Hilfe einholen“, so die Betreiber.
Man wolle eine transparente Aufklärung gewährleisten und dabei alle Stimmen hören. Aus diesem Grund bitten die Organisatoren gleichzeitig um Mithilfe bei der Aufklärungsarbeit, sie seien offen für jeden Information, die helfe.
Das klingt vernünftig und sollte eigentlich die Norm darstellen. Dem gegenüber steht allerdings die Reaktion des Festivals vor einem Tag, als die Anschuldigungen von Punching Polly und Sophie Cut noch als „falsch” und als „Gerüchte” abgetan wurden.
Die Community ist trotz der deutlichen Konsequenzen nicht zufrieden. „Ihr wisst seit Wochen über die Vorwürfe Bescheid und zieht JETZT eure Konsequenzen, nachdem sich Künstler*innen solidarisch mit den Opfern zeigen und ihre Teilnahme abgesagt haben?“, fragt ein Instagram-User.
Allerdings schreiben die Betreiber in den Kommentarspalten sehr wohl: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form sexualisierter Gewalt, Grenzüberschreitung, Diskriminierung und Machtmissbrauch und verurteilen dieses aufs schärfste.“
Sexualisierte Gewalt, Belästigung, Diskriminierung, Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus und Machtmissbrauch habe beim Bachblyten Festival, das 2025 vor dem Aus stand, keinen Platz. „Respekt, gegenseitige Rücksichtnahme und ein sicherer Umgang miteinander haben für uns höchste Priorität.“
In einem weiteren Statement betonten die Veranstalter ihr Awareness-Team, eine professionelle Security und dass das Festival wie geplant am 24. bis 26. Juli 2026 auf dem Flugplatz Schwesing bei Husum stattfinden solle. Ob die DJs ihre Boykott zurücknehmen steht noch nicht fest.
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Quelle: Groove
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