Sebastian Ingrosso spricht über seine Alkoholsucht

Sebastian Ingrosso hat so offen wie nie zuvor über seine Alkoholsucht gesprochen. In der schwedischen Radiosendung „Sommar i P1“ schildert der Swedish-House-Mafia-Star, wie Alkohol über Jahre hinweg zunehmend sein Leben bestimmte und weshalb schließlich Familie und enge Freunde eingreifen mussten.

Der 43-Jährige räumt dabei mit gängigen Vorstellungen von Alkoholismus auf. Nach eigener Aussage habe sein Konsum lange nicht dem entsprochen, was viele mit einer Suchterkrankung verbinden. Er habe tagsüber nicht getrunken, sei nicht aggressiv geworden und habe seinen Kindern keine Angst gemacht. Auch beim Produzieren habe Alkohol keine Rolle gespielt.

Das eigentliche Problem begann für ihn nach den Auftritten. „Es war die Stille nach der Musik und der Party, die ich füllen musste“, erklärt Ingrosso. Nach Shows vor Zehntausenden Menschen, Reisen und Feiern sei regelmäßig eine Leere entstanden, die er immer wieder mit Alkohol verdrängt habe.

Besonders während der Pandemie verschärfte sich die Situation nach seinen Schilderungen. Im Mai 2024 entschloss sich seine Frau Kinda schließlich zu handeln. Sie kontaktierte mehrere enge Freunde des Musikers und machte deutlich, dass sie nicht länger abwarten könnten. Die Freunde kamen anschließend nacheinander in Ingrossos Studio und konfrontierten ihn mit seinem Alkoholkonsum.

Danach fuhr der Musiker nach Hause und sprach erstmals aus, was er bis dahin nicht hatte akzeptieren wollen: „Ich bin Alkoholiker.“ Bis heute beschäftigt ihn vor allem die Reaktion seiner Kinder. Selbst wenn er inzwischen zu alkoholfreiem Bier greife, erkenne er die Angst in ihren Gesichtern. Ein Rückfall würde für ihn deshalb nicht nur bedeuten, sich selbst zu enttäuschen, sondern auch seine Familie erneut im Stich zu lassen.

Seit der Intervention im Mai 2024 lebt Sebastian Ingrosso nach eigenen Angaben ohne Alkohol. Ein Jahr später machte er seine Geschichte erstmals öffentlich und bezeichnete die vorangegangenen zwölf Monate als das härteste, zugleich aber auch ehrlichste Jahr seines Lebens. In seinem aktuellen Radiobeitrag schildert er nun ausführlicher, wie seine Sucht tatsächlich aussah. Nach außen funktionierte er weiterhin, spielte auf den größten Festivals der Welt und feierte mit der Swedish House Mafia internationale Erfolge.

Hinter den Kulissen hatte der Alkohol nach seinen Worten jedoch längst die Kontrolle übernommen. Für seine Offenheit erhält der Schwede breite Unterstützung. In den sozialen Netzwerken äußerten sich unter anderem Steve Angello, Axwell, Alesso, Adam Beyer, Salvatore Ganacci und Otto Knows positiv zu seinem Schritt.
Auch aus der Community kommt viel Zuspruch. Eine Nutzerin schreibt: „Eine unglaublich kraftvolle und bewegende Geschichte. Ich kann mich sehr gut damit identifizieren, da ich selbst in einem Umfeld mit Suchtproblemen aufgewachsen bin.“ Ein weiterer Nutzer kommentiert: „Ich bin seit zweieinhalb Jahren clean. Ich finde es toll zu sehen, wie Menschen ihre Geschichten teilen, damit wir das Stigma loswerden können!“

Allein ist der Schwede in der Szene selbstredend nicht. Erst im vergangenen Jahr äußerte sich zum Beispiel Marcel Dettmann, der Alkohol komplett aus seinem Leben gestrichen hat. „Ich bin seit einem Dreivierteljahr alkoholfrei und fühle mich damit eigentlich ganz gut.“ (FAZEmag berichtete)

Quelle: DJ Mag

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