Techno-DJ remixt Böhse Onkelz und erntet gemischte Kritik

Die Böhsen Onkelz zählen zu den umstrittensten Rockbands Deutschlands, weil ihre frühen Jahre eng mit der Skinhead-Szene verbunden waren. Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichten sie unter anderem ausländerfeindliche Lieder wie „Türken raus“ und „Deutschland den Deutschen“, die bis heute als Beleg für ihre problematische Vergangenheit gelten.

Bereits ab Mitte der 1980er-Jahre distanzierte sich die Band nach eigenen Angaben von der rechten Szene und bezeichnete diese Phase später als schweren Fehler. In den folgenden Jahrzehnten positionierten sich die Onkelz wiederholt gegen Rechtsextremismus, verwiesen bei Konzerten Personen mit NS-Symbolen des Geländes und veröffentlichten Songs gegen Fremdenhass.

Dennoch bleibt die Glaubwürdigkeit dieser Distanzierung umstritten: Kritiker werfen der Band vor, ihre Vergangenheit nie vollständig aufgearbeitet zu haben. Die Ärzte erwähnen die Band in ihrem Klassiker „Schrei nach Liebe“ wortwörtlich.

Einen vermeintlichen Unterstützer fand die Band in Techno-Ikone Sven Väth. Er und Onkelz-Bassist- und Texter Stephan Weidner waren in den 90er- und 2000er-Jahren Nachbarn im Frankfurter Norden. Väth forderte in Interviews mehr Akzeptanz für Menschen, die bereit sind, sich zu ändern und aus der Vergangenheit zu lernen.

Ansonsten wurde die Band in der Techno-Szene, die traditionell Werte wie Offenheit, Diversität und Antirassismus betont, deutlich weniger öffentlich diskutiert als etwa im deutschsprachigen Rock- oder Punkbereich. Das könnte sich nun ändern.

Techno-DJ Kopf & Hörer, der zuletzt u. a. bei Ruhr in Love und Airbeat One auftrat, veröffentlichte auf Instagram ein Snippet, in dem er seinen Remix zu „Auf gute Freunde“ von den Onkelz spielte. Wohlwissend um die Kontroverse betitelte er das Video mit den Worten „Böhse Onkelt & Hardtechno -darf man das so machen?“

Tatsächlich fallen die Antworten gemischt aus aus. Neben typischen kurzen Antworten, die den Track vermeintlich gut finden, schleichen sich einige Nutzer mit Kommentaren wie „Dreimal nein“ oder „Ich bin gespalten“ ein. Spannend dabei ist, dass es so gut wie gar keine Band-kritischen Kommentare zu geben scheint.

Tatsächlich stammt die meiste Kritik aus dem Lager derer, die der kontroversen Band vermeintlich wohlwollend gegenüberstehen. „Ich finde man sollte aus den Onkelz keinen Remix machen. Die Onkelz sind die Onkelz und alles andere machts irgendwie kaputt“, schreibt ein Instagram-User in der Kommentarspalte.

Damit ist er nicht alleine. „An Onkelz pfuscht man nicht rum“, schreibt ein weiterer. Eine weitere Followerin schreibt: „Onkelz muss Onkelz bleiben. Ich höre gerne Techno oder Remix-Lieder, aber da passt es leider nicht.“

In den kommenden Wochen wird Kopf & Hörer u. a. beim Open Beatz Festival in Nürnberg, beim Krawall im Stall in Wolfmannshausen und in Zwickaus Villa Mocc Klub auftreten. Bleibt abzuwarten, ob der Onkelz-Track dort trotz Kritik zu hören sein wird.


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