
Ellen Allien ist seit Jahrzehnten mit ihrer Musik und ihrem Label BPitch ein fester Bestandteil der Berliner Techno-Geschichte. Sie gehört zu den Artists, die praktisch gemeinsam mit dem Genre größer wurden.
Im Talk mit Anja Caspary für „Berlin Sounds“ spricht sie über Berliner Spirit, das Nachtleben von Berlin-Schöneberg nach er Wende und über die eigenen Anfänge einer Künstlerin, die mit Jazz-Mixes begann und in Ufo, Berghain und Tresor durchbrach.
Für sie ging 1991 aber alles im Fischlabor los, einer legendären Bar in Berlin-Schöneberg von Dimitri Hegemann, wo auch DJs auflegten. Im Ufo sei ihr anfangs zu viel „Strobo“ gewesen. „Das war irgendwie nicht mein Club damals.“
Das Ganze sei eine Zeit gewesen, in der viel „aufgeräumt“ worden sei von der Polizei. Nicht in nur in Clubs, sondern auch auf Straßen und besetzten Häusern. Ins Details ging die Techno-Produzentin dabei aber nicht. „Es war schon eine wilde Zeit.“
Schöneberg sei damals die Keimzelle des Nachtlebens gewesen. „Damals war eine Bar noch ein richtiger Treffpunkt. Heute sind es Clubs, damals waren wir alle in Bars und haben uns ausgetauscht.“
After Hours seien dabei schnell sehr wichtig geworden. „Man trennt sich nicht, man bleibt zusammen und unterhält sich. […] Ost und West begegneten sich in den Clubs. Niemand kannte sich so wirklich, es war eine neue Community, die da entstand. Komplett alles neu.“
Der Garten vom Tresor sei ein gutes Beispiel. „Das war wie ein Meet & Greet und auch sehr wichtig, dort entstanden alle neuen Labels und Kreativzonen.“ Auch sie selbst nahm später Artists wie Modeselektor, Moderat oder Paul Kalkbrenner unter Vertrag auf ihrem Label.
Angesprochen auf Kalkbrenner und ob sie sich in dessen Film „Berlin Calling“ mit der Label-Chefin assoziiere, sagt Ellen Allien: „Er spielt sich selbst, Hut ab, Paul. Aber es ist teilweise auch Fiction und nicht alles wahrheitsgetreu.“
Auch das Vorurteil, die Techno-Szene sei beeinflusst von Drogen weist sie zurück bzw. vergleicht Drogensucht mit Alkohol, Nikotin und Zucker. Sie selbst nehme nichts und sei drogenfrei. „Irgendwann hat es mir gereicht.“
Als sie damals Drogen geschenkt bekommen und im Club genommen habe, sei es ihr nie besser gegangen, sondern immer schlechter. Musik mache viel mehr mit ihr. „Wenn mich etwas zum Fliegen bringt, fliege ich so lange ich will und gehe dann nach Hause und schlafe.“
DJing sei wiederum gar nicht ihr Plan gewesen. Erste Anfragen vom E-Werk habe sie abgelehnt, ihren Namen verdanke sie einem Barkeeper vom Fischlabor. „Ich glaube meine Freunde wollten mich fördern.“
Die gesamte Folge könnt ihr HIER anschauen.
Quelle: ARD Mediathek
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