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Es fasziniert immer wieder, wie die beiden Amerikaner sich dermaßen in Musik außerhalb Ihres normalen Kulturkreises einfühlen können. Auf den dreizehn neuen Titeln befasst sich das Duo mit Saudade, der portugiesischen Form des Weltschmerzes, dessen ungekrönte Königin Cesare Evoria ist. Es geht um Gefühl, eine Sehnsucht nach etwas das Abhanden gekommen ist, das fehlt. Auf gemäßigter brasilianischer Rhythmik fühlen sich die weiblichen Stimmen hervorragend ein und warmes, leichtes Gitarrenspiel vollführt atmosphärische Meisterleistungen. Auch wenn die Wehmut dominiert, so ist sie auch von einer Leichtigkeit umspült (“Firelight“ mit Lou Lou Ghelichkhani an den Vocals). Viele Gastmusiker aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen (UNKLE, Nouvelle Vague oder Roberto Santos) bereichern die ausgefeilten Kompositionen mit ihrem handwerklichen Geschick. Wieder einmal überzeugt Thievery Corporation mit einem weiteren musikalischen Kapitel, das weitaus mehr ist als Lounge Music, sondern eine Kunstform von höchster Qualität und Ausdruckskraft darstellt. 9/10 Cars10.Becker.