Thüringen: Rentner versteckt kiloweise Meth hinter der Wand

Crystal Meth
Symbolbild

Seine Ware versteckte er, seine Verkäufe schrieb er auf: In der Wohnung eines 72-Jährigen in Pößneck fand die Polizei rund fünf Kilogramm Methamphetamin hinter einer Wandverkleidung. In einem Schulheft hatte der Mann seine Geschäfte der vergangenen Monate festgehalten. Das Landgericht Gera verurteilte ihn wegen Drogenhandels zu sieben Jahren und drei Monaten Haft.

Fünf Kilo Meth hinter der Wand – das klingt nach „Breaking Bad“. Die Buchhaltung hatte in Pößneck allerdings eher das Format „Mathe, 7. Klasse“.

Die Spur führte von Gotha nach Pößneck

Im Frühjahr beobachteten Ermittler den Mann in Gotha bei einem mutmaßlichen Drogengeschäft. Einige Tage später nahmen sie ihn in Pößneck fest. In seiner Jackentasche hatte er Methamphetamin. Als die Beamten seine Wohnung durchsuchten, entdeckten sie neben dem Drogenvorrat und dem Schulheft auch eine Druckluftwaffe. Sie war nicht schussbereit. Die Drogen gehörten ihm. Die Verkäufe bestritt er.

Vor Gericht räumte der Rentner ein, dass ihm das Methamphetamin gehörte. Verkauft habe er die Droge aber nicht. Zu dieser Darstellung passten die Einträge im Schulheft denkbar schlecht. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der bereits wegen ähnlicher Taten vorbestrafte Mann den Vorrat weiterverkaufen wollte. Als Motiv nannte der Vorsitzende Richter die finanzielle Lage des Angeklagten: Mit den Geschäften habe er seine Rente von rund 500 Euro aufbessern und seine kranke Frau unterstützen wollen.

Der Mann zeigte im Prozess Reue. Sein Verteidiger beantragte sieben Jahre Haft, die Staatsanwaltschaft forderte sieben Jahre und zehn Monate. Mit seinem Urteil blieb das Gericht drei Monate über dem Antrag der Verteidigung. Der 72-Jährige verbüßt bereits eine frühere Haftstrafe.

Quelle: mdr.de

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