
Am 17. Mai 2026 feierte Andrea Gill alias Tunegirl ihr Debüt bei Awakenings Upclose in Amsterdam – mit 63 Jahren, neben Acts wie Colin Benders, Dasha Rush, Rødhåd und Luke Slater. Bemerkenswert ist nicht nur ihr später internationaler Durchbruch, sondern auch ihr Ansatz: Gill arbeitet weiterhin in einem regulären Job und spielt ihre Live-Sets ausschließlich analog mit einem Modular-Rack.
Die Künstlerin aus Melle in Niedersachsen setzt auf ein umfangreiches Eurorack-System mit 188 Modulen. Vorgefertigte Arrangements gibt es nicht, jeder Auftritt entsteht durch Live-Patching in Echtzeit. Ihr Sound bewegt sich zwischen Detroit-geprägtem Minimal Techno und House. Kick und Snare kommen aus Behringer-Drum-Machines, während Module wie Mutable Instruments Plaits und Rings, Intellijel Metropolis und Pamela’s PRO Workout für Melodien, Sequenzen und rhythmische Variationen sorgen.
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Musikalisch begann Gill in den 1970er-Jahren mit Rockbands wie AC/DC und Status Quo, spielte Gitarre und legte später Disco, Funk und Soul in einer lokalen Diskothek auf. In den 1990ern fand sie über Künstler wie Jeff Mills, Robert Hood, Richie Hawtin, Steve Stoll und K. Hand zum Techno. Nach einer längeren Familienpause kehrte sie 2009 zur Produktion zurück, war mit Software-Workflows aber nie ganz zufrieden.
Der Wendepunkt kam über Modular-Synthese. Das haptische, unmittelbare Arbeiten ohne Bildschirm gab ihr genau die Freiheit, die ihr am Computer fehlte. Nach Auftritten bei Nerdlich XI und dem Closing der Superbooth 26 neben Colin Benders folgte nun der Sprung zu Awakenings. Weitere Shows sind bereits bestätigt, darunter Paradise City, das große Awakenings Festival und Awakenings Monegros.
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