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U-he: Plug-ins vom Feinsten


Elektronische Musik entsteht seit den Anfängen in enger Wechselwirkung von Mensch und Maschine. Die Softwareschmiede U-he liefert seit vielen Jahren innovative und hochqualitative Plug-ins, die bei unzähligen Künstlern im Studio zu finden sind. Wir sprachen mit u-he-Gründer Urs Heckmann über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kreativlabors:

Urs, wann und wo hat bei u-he alles angefangen?

Das war so 2001 – ich war neu in Berlin wegen eines Jobs, kannte kaum jemanden und machte es zu meinem Hobby, in der Freizeit VST-Plug-ins zu programmieren. Mitte 2002 war es dann soweit,dass ich ein Delay-Plug-in auf meiner Homepage veröffentlichte.

Wie bist du auf die Idee gekommen, hochwertige Plug-Ins zu programmieren?

Am Anfang war es wie gesagt ein Hobby. Als Zebra 1.0 als Audio Unit dann 2003 fertig war, hatte ich gleich ein paar hundert Verkäufe. Das war genug für mich, um meinen Job zu kündigen und fortan in Vollzeit zu entwickeln …

Mit wie vielen Leuten hast du damals angefangen, und wie groß ist dein Team heute?

Ich war zwar am Anfang der klassische Schlafzimmertüftler, hatte aber sofort viele Freiwillige und später auch bezahlte Helfer, die ich über die damals einschlägigen Foren fand. Die machten Sounddesign, Beta-Testing oder auch Grafik und Demosongs. Richtige Angestellte gab’s eigentlich erst seit 2011. Heute sind wir 15 Leute, von denen die meisten mit mir im Office in Berlin arbeiten.

Welche Software war euer Durchbruch?

Es gab nach Zebra 1.0 eigentlich zwei weitere Durchbrüche: Mit Zebra 2.0 ging es los, dass Leute aus Hollywood bei mir anklingelten. Auf einmal musste ich nicht mehr jeden Cent umdrehen und konnte etwas mehr Geld für Sounddesign, Werbung und dergleichen ausgeben. Da kamen dann auch die ersten Angestellten dazu, für Entwicklung und Kundendienst. Der größte Durchbruch kam dann aber mit Diva. Das hat mal eben unseren Umsatz mehr als verdoppelt, aber eben auch das Arbeitsaufkommen. Plötzlich waren wir fast schon Mainstream …

Welches Plug-In, was es noch nicht gibt, braucht die Welt unbedingt?

Eine Drum Machine von uns. Wir haben ein super Konzept, aber leider wird’s wohl noch ein paar Jährchen dauern, bis das Ganze fertig ist.

Wie schützt man sich als Software-Schmiede gegen illegale Downloads?

Mit Geduld und Besonnenheit. Alles wird ja irgendwie mal irgendwann gecrackt, aber wir haben unseren Kopierschutz (eine einfache Seriennummer) so weit entwickelt, dass die Cracks oft nur ein paar Monate funktionieren. Und wenn das Plug-In dann mitten im Projekt nicht mehr richtig läuft, fordert es den Warez-Nutzer freundlich auf, doch auf die Vollversion zu wechseln

Wiederbelebung von Klassikern oder eigener Syntheziser?

Beides! Ich kann nicht sagen, dass ich das eine dem anderen vorziehe. Oberflächlich gesehen ist ein eigener Synthesizer ein kreativerer Akt – aber die Herausforderung, einen Synthesizer auf dem Level von Diva oder Repro zu modelieren, verlangt eine Menge von einem ab. Das hat wenig mit stupider Kopierarbeit zu tun, sondern viel mehr mit äußerst kniffligen Aufgaben.

Auf welches Projekt freust du dich besonders in nächster Zeit?

Wir machen gerade eine tolle neue UI für Zebra 2, die zum einen zeigt, wie modern Zebra auch heute noch ist, zum anderen ein Vorgeschmack wird auf Zebra 3. Meine Jungs werden dann weiter an analogen Klassikern arbeiten, während ich für Zebra 3 alles nochmal neu mache, mit zehn Jahren mehr Erfahrung.

Mehr Infos findet ihr hier …

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