Vater von verstorbener Raverin gibt Einblicke in die Trauerarbeit in der Techno-Szene

Vater von verstorbener Raverin gibt Einblicke in die Trauerarbeit in der Techno-Szene. Foto-Quelle: Instagram

Es war ein tragischer Fall, der die Rave-Szene zutiefst erschütterte: Die 21-jährige Emma wurde, vermutlich von einem 16-Jährigen, in einem Wald in der Königsbrücker Heide, Nähe Dresden, in der Nähe eines illegalen Raves brutal ermordet. Der Vater der jungen Frau, selbst in der elektronischen Musikwelt verwurzelt, zog sich danach aus der aktiven Szene zurück. Jetzt gründete er ein Projekt, das Aufklärungsarbeit für die Rave-Community leistet – mit Workshops statt direkt vor Ort.

Ende Mai verstarb die erst 21 Jahre alte Emma bei einem der zahlreichen illegalen Raves in der Königsbrücker Heide nahe des Ortes Ottendorf-Okrilla in Sachsen. Passanten hatten die Leiche der leidenschaftlichen Raverin entdeckt. Die Tote hatte Stichverletzungen und verblutete am Tatort. Der Verdächtige: ihr 16 Jahre alter Freund. Er soll während der Tat unter Drogen gestanden haben. Weiteres dazu lest ihr hier.

Der Vater der Verstorben, der in der Szene als Patrick Dre bekannt ist, besitzt ein Plattenlabel und einen Club in Magdeburg. Nach dem Tod meldete er sich öffentlich zu Wort und verkündete seinen Rückzug aus dem aktiven Geschäft. Im Hintergrund wollte er weiterhin tätig bleiben.

Nun kehrt er mit einem Projekt zurück, das Aufklärungsarbeit für die dezentrale Rave-Community leistet.  Rave:in nennt sich das Konzept, mit dem Patrick Drebenstedt, so der bürgerliche Name des Gründers, Teilnehmer von Free Raves gegenüber geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt im Bereich von Free Raves sensibilisieren möchte. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die Drogenprävention.

Drebenstedt ist der Meinung, dass in der entsprechenden Community sich Vor-Ort-Prävention schlecht umsetzen ließe. Deshalb plant er lieber gezielte externe Veranstaltungen anstelle von flächendeckender Awareness und Aufklärung, um Free Raves nachhaltig zu sichereren Orten zu machen. Das erste Event befindet sich bereits in Planung.

Währenddessen fand am 11. Juli die Beisetzung von Emma statt, die, „ganz so, wie sie es sich gewünscht hatte“ im Familiengrab bei Onkel und Großmutter bestattet wurde.

Die Ermittlungen zum Fall durch die Mordkommission dauern weiter an. Der Zeugenaufruf in der Öffentlichkeit hat laut Drebenstadt zahlreiche Rückmeldungen ergeben.

Quelle: Meeting Point

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