Pillen und Medikamente, die uns schlauer werden lassen

medicine-2449619_960_720
Foto: Pixabay

Filme wie „Limitless“ und „Lucy“ setzten die Idee von einer Wunderdroge, die kognitive super Fähigkeiten verleiht, recht interessant um. In unserer realen Welt nutzen viele Studenten und Berufstätige auch diverse Medikamente, um konzentriert und kognitiv auf der Höhe zu sein. Medikamente wie Adderall und Ritalin zum Beispiel oder auch illegale Drogen wie Amphetamin. Die Idee einer Pille, die dem Hirn Superpower verleiht, ist also gar nicht mal fiktiv.
Viele haben solche Medikamente ausprobiert, um kognitive Höchstleistungen zu bringen. Bei den einen Menschen bringen Ritalin & Co. auch den gewollten Effekt, bei anderen tritt diese Wirkung nicht auf.

Eine Studie hat sich umfassend mit der Forschung von sogenannten Schlau-Macher-Pillen befasst. Einige getesteten Medikamente können tatsächlich kognitive Vorteile verschaffen. Andere Medikamente erzeugen bei den meisten Menschen keinen Unterschied der kognitiven Leistungen.

Eine Studie, die die Auswirkungen von verschiedenen kognitiven Enhancern auf Schachspieler getestet hat, könnte helfen zu verstehen weshalb manche Pillen bei manchen Menschen nicht wirken – andere doch. Die Ergebnisse zeigen, dass die Medikamente Modafinil (allgemein bekannt als Provigil) und Methylphenidat (häufig bekannt als Ritalin oder Concerta) die Leistung von Schachspielern verbessert. Die Probanden waren besser beim Schach spielen, nachdem sie solche Medikamente genommen hatten. Bei der Durchführung der Studie wurde die geistigen/kognitive Berechnungen beobachtet, die beim Schach Spiel benötigt wird.
Die Studie zeigte jedoch, dass die Spieler sich nicht nur verbessert haben, das Zeit-Management litt bei vielen Probanden enorm unter dem Einfluss dieser Medikamente. Besonders die Probanden, die sich gezielt auf Schnelligkeit bei dem Spiel geübt haben, kamen mit Einnahme der Medis zeitlich in Verzug.

Die Forscher wählten 40 überdurchschnittliche Schachspieler für die Studie aus. Alle waren Männer, mit einem Durchschnittsalter von 37 und einem durchschnittlichen IQ von 127.7. Die Teilnehmer hatte ein Elo-Rating (ein Rating-System für Schachfertigkeit), das sie deutlich über die Anfänger-Ebene hinaus waren. Jedoch sind die Probanden auch nicht in der Experten- oder Master-Kategorien einzustufen.

Den Schach-Spielern wurde eine Dosis von Koffein, Modafinil, Methylphenidat oder ein Placebo vor Beginn von 15-Minuten-Spielen gegen einen Computer gegeben. Sie spielten 10 Spiele am Morgen, nahmen eine weitere Dosis von welcher Substanz sie zufällig zugewiesen wurden, und spielte 10 weitere Spiele am Nachmittag. Die Teilnehmer hatten dann mindestens eine Woche Zeit, bevor sie zurückkamen, um dies zu wiederholen. Insgesamt nutzten die Forscher Daten aus 3.059 Schachspielen.

In der ersten Analyse der Tests fanden die Forscher, dass die Spieler auf Koffein, Modafinil oder Methylphenidat etwa 6 Prozent bis 8 Prozent besser waren als die auf Placebos. Genug, um einen Trend zu sehen, aber nicht genug, um statistisch signifikant zu sein.

Jedoch fiel den Forschern bei der Auswertung der Daten auch auf, dass Spieler, die die Medikamente genommen hatten, wesentlich mehr Zeit damit verbrachten, über jeden Schach-Zug nachzudenken. Vor allem die Spieler, die bereits Probleme beim Zeit-Management hatten. Aber – sie machten trotz Zeitverzug die schlaueren Schach-Züge mit Einnahme der Medikamente.
„Dies deutet darauf hin, dass Neuroenhancer (…) die Fähigkeit der Spieler verbessern oder sie dazu veranlassen mehr Zeit mit der Entscheidung zu verbringen und damit gründlichere Berechnungen durchführen“, so die Forscher.

Die Studie ging weiter: Man reduzierte die Spiele, damit die Spieler pro Spiel mehr Zeit haben. Die fünf Spieler, die am meisten Zeit benötigten wurden ausgesiebt.
Dieser Test verbesserte signifikant die Ergebnisse für Modafinil und Methylphenidat. Mit Gehirn-Doping verbesserten sich die Teilnehmer um 5 Prozentpunkte. Genug, um einen Spieler von Weltrang 5000 auf 3500 (+35 Elo Punkte) zu bringen.
„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die meisten Spieler von der kognitiven Verbesserung profitieren, insbesondere von Modafinil und Methylphenidat, während diejenigen, die eher langsame Denker sind, in zeitlich eingeschränkten Spielen schlechter werden können“, so das Forscher-Team.
Die Ergebnisse gelten nicht nur für Schach. Auch andere komplexe Aufgaben können mit sogenannten Neuroenhancer smater gelöst werden.

Nun heißt es nootropische Medikamente zu entwickeln und erforschen, damit gezielt die richtige Pille für die jeweilige Situation genommen werden kann.
Wissenschaftler dieser Forschung sagen, dass sie planen und prognostizieren diese Medikamente weiter in ihrer „Superkräfte gebenden Wirkung“ zu optimieren. „All das beinhaltet das Marshaling von Subdomänen der Kognition und die Integration ihrer Produktion über verschiedene Aufgaben und Schwierigkeiten, „ sagen Ruairidh Battleday und Anna-Katharine Brem, Forscher in Oxford.
Ein Test, der nur die Aufmerksamkeit misst, könnte die Instanzen hervorheben, in denen sich jemand nicht fokussiert, aber es ist wird nicht möglich sein, die Verbesserung über einen bestimmten Punkt hinaus zu messen. Das Denken, das in einem Schachspiel erforderlich ist, ist daher ein sehr gutes Maß dafür, ob ein kognitiver Schub auftritt oder nicht.
Somit sollen die Brain-Pills demnächst unseren Alltag erleichtern können.

Um herauszufinden, wie effektiv genau diese Medikamente als kognitive Enhancer allgemein sind,wird noch viel Forschung benötigt. Laut Battleday und Brem hat die Wissenschaft vorher nicht viel Zeit damit verbracht, zu analysieren, wie diese Medikamente die Gehirnkraft bei gesunden Menschen verstärken. Obwohl viele Menschen solche oder ähnliche Medikamente und Drogen zu diesem Zweck nutzen. Die Studie von Battleday und Brem zeigt, dass die Medikamente in der Tat eine starke Wirkung auf komplexe Denkprozesse haben können. „Diese Substanzen können in der Lage sein, schnelle und flache Denker in tiefere, aber etwas langsamer Denker umzuwandeln“, so die beiden Forscher der Studie.

Quelle: Business Insider

Das könnte dich auch interessieren:
Codein-Konsumenten für Studie gesucht
Studie: Darum macht Bass uns glücklich
O(h)rgasmus – Studie zeigt, Musik erzeugt den selben Rausch wie Drogen und Sex