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Uruguay startet Marihuana-Verkauf in Apotheken

Das lateinamerikanische Land will mit dieser riskanten Initiative die Macht der Drogenkartelle brechen. Dieses gewagte Experiment legt den Verkauf von Marihuana in die Hand des Staates. Der Anbau von bis zu sechs Cannabispflanzen für den Eigenkonsum und geschlossene Cannabis-Clubs war schon länger erlaubt.

Nun kann man sich nach einer Registrierung monatlich 40 Gramm der Droge in der Apotheke kaufen. Über den Fingerabdruck wird die Abgabe kontrolliert und es gibt eine Qualitätsgarantie und einen staatlich festgelegten Preis. Der liegt momentan bei 1,30 US-Dollar pro Gramm. 90 Cent davon gehen an den Hersteller. Das ist für viele Unternehmer unattraktiv wegen der Steuern, der Personal- und Transportkosten. Bislang ließen sich nur zwei Produzenten registrieren, die rund vier Tonnen jährlich liefern können. Doch das sei viel zu wenig.

Viele Politiker waren nicht sonderlich angetan von dieser Idee. Und auch die Apotheken zeigten sich wenig begeistert. Sie würden ja auch keinen Alkohol und Zigaretten verkaufen. Zudem fürchten sie von der Drogenmafia überfallen zu werden. Nur wenige Apotheken registrierten sich für das Projekt. So wird es in manchen Landesecken schwierig für die Konsumenten sich legal mit dem Stoff zu versorgen. Das Experiment wird auf der ganzen Welt mit Interesse verfolgt, vor allem in Lateinamerika. Bis jetzt haben sich aber kaum Effekte gezeigt. In zehn Jahren wird man mehr sagen können. Und wir müssen euch leider enttäuschen: an Touristen wird kein Marihuana verkauft.

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