
Ada Morghe kommt eigentlich aus dem Soul- und Jazz-Bereich, hatte aber schon immer auch eine Vorliebe für elektronische Musik. Gerade erschien das neue Album „Pure Good Vibes“ der Künstlerin, die unter ihrem richtigen Namen Alexandra Helmig auch als Schauspielerin und Autorin in Deutschland bekannt ist. House-Größe Mousse T. fungierte als Remixer der fokussierten Single „Amin Bird“. Der Track erobert gerade die Clubs. Wir haben Ada Morghe zu ihrem Longplayer sowie zum Remix und ihre bevorstehende Tour befragt.
„Pure Good Vibes“ ist zwar nicht das erste Album von Ada, dafür aber ein ganz besonderes. Nach ihren letzten Werken „Lost“ (2023), „Box“ (2020) sowie „Pictures“ (2019) hat der Longplayer für die vielseitig talentierte Kreative einen hohen emotionalen Wert. Die Stücke entstanden auf Jamaika in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Livingstone Brown und der Titelsong auch mit dem Reggae-Musiker Maxi Priest.
Durch den aktuellen Remix des deutschen House-Produzenten Mousse T. zum Fokustrack „Amin Bird“ taucht Ada Morghe nun auch in die elektronische Clubkultur ein. Der Grammy-nominierte DJ Booker T, der ebenfalls einen Remix für Ada in den Startlöchern hat, spielte den Track schon vorher in seinen Sets. Im Herbst erscheint eine komplette Remix-EP, auf der neben Remixen von Mousse T. und Booker T weitere Neubearbeitungen von Makoto (Track: „Shadow“), DJ Pioneer, DJ Supa D und Maestro warten. Außerdem geht es auf Tour. Im Interview erzählt uns Ada Morghe mehr dazu …

Dein neues Album heißt „Pure Good Vibes“ – wie bist du auf diesen Titel gekommen, und was bedeutet er dir persönlich?
Der Titel „Pure Good Vibes“ stand schnell fest – er stammt aus dem gleichnamigen Song, den ich mit Livingstone Brown und Maxi Priest auf Jamaika geschrieben habe – er beschreibt mein Lebensgefühl dort. Die Menschen auf Jamaika sind sehr offen, warmherzig und voller Dankbarkeit und Lebensfreude. Bob Marleys Botschaft von Zusammenhalt, Gleichwertigkeit und Menschlichkeit aus seinem Song „One Love“ war überall spürbar. Das Album ist eine Hommage an dieses Gefühl.
Die Idee für das Album entstand spontan in Jamaika – was hat dich dort so tief inspiriert, dass daraus ein ganzes Album wurde?
Eigentlich wollte ich mich „nur“ von den musikalischen Vibes Jamaikas inspirieren lassen, aber schon nach ein paar Tagen sprudelten die Ideen und Livingstone und ich haben einen Song nach dem anderen geschrieben. Jamaika hat eine besondere Energie. Die Verbindung der Menschen zur Natur, ihre Spiritualität und ihre Offenheit berühren einen sofort.
Du hast mit Livingstone Brown und Reggae-Legende Maxi Priest zusammengearbeitet – wie war diese Zusammenarbeit, und was hast du daraus mitgenommen?
Livingstone und ich arbeiten schon seit acht Jahren zusammen. Aber in Jamaika war es das erste Mal, dass wir drei Wochen am Stück zusammen waren – eine der kreativsten Phasen, die ich jemals mit einer anderen Person hatte. Er fordert und fördert mich gleichermaßen. Dieses gegenseitige Vertrauen ist so wertvoll für die kreative Arbeit. Mit Maxi zu arbeiten war ein echtes Geschenk. Er lebt für die Musik – seine Stimme, seine Energie, seine Präsenz im Studio sind so mitreißend, dass man sofort im Flow ist.
Deine Musik wird oft mit Künstlerinnen wie Norah Jones oder Sade verglichen – wie stehst du zu diesen Vergleichen, und siehst du dich selbst in dieser Tradition?
Ich bewundere beide Künstlerinnen sehr. Ihre Musik und Texte sprechen mir aus der Seele. Trotzdem folge ich meinem eigenen Weg, der von vielen Einflüssen geprägt ist – von Jazz über Soul bis hin zu Reggae und elektronischer Musik. Mit jedem Album will ich mich weiterentwickeln und Neues ausprobieren. Genau deshalb habe ich mit Roachford den Song „Box“ geschrieben – im Grunde mein Lebensmotto.
Welche musikalischen Einflüsse haben „Pure Good Vibes“ besonders geprägt?
Dieses Album ist voller Soul und hat natürlich auch Reggae-Einflüsse. Während des Schreibens habe ich viel Bob Marley, Norah Jones, Michael Kiwanuka und Pat Metheny gehört – aber der größte Einfluss waren die Menschen um mich herum. Die Geschichten, die Livingstone und ich erlebt und geteilt haben – und natürlich die karibische Leichtigkeit.
Hier könnt ihr in „Pure Good Vibes“ reinhören:
Du warst mit Roachford auf Tour und später mit Soul-Ikone Billy Ocean – wie war es, auf so großen Bühnen zu stehen, und was hast du über dich selbst als Live-Künstlerin gelernt?
Die Möglichkeit zwei Musikgrößen auf ihren Touren als Support-Act begleiten zu dürfen war unglaublich und ich bin dafür sehr dankbar. Wir haben von relativ intimen Theatern bis hin zu Arenen mit 15 000 Zuschauern alles gespielt. Aber der Auftritt in der Royal Albert Hall war natürlich das absolute Highlight – definitiv die Erfüllung eines Traums. Bei der Tour mit Billy Ocean habe ich insgesamt 17 Shows gespielt und konnte dabei unheimlich viel ausprobieren und lernen, vor allem was die Interaktion mit dem Publikum angeht. Gerade auf der Bühne geht es darum eine echte Verbindung zum Publikum aufzubauen. Schon als Schauspielerin habe ich diese Magie der Bühne geliebt. Jetzt weiß ich, dass ich auch das Tourleben als Musikerin liebe.
Mousse T.‘s Remix von „Amin Bird“ steigt derzeit in der Clubszene durch – wie fühlt sich das Eintauchen in die Welt der elektronischen Musik an?
Ich liebe elektronische Musik genauso wie Soul und Jazz. Deshalb arbeite ich schon seit meinem ersten Album mit DJs aus verschiedenen Genres zusammen. Der Grammy-nominierte DJ Booker T hat zum Beispiel einen fantastischen Afro-House-Remix von „Fire Calls“ gemacht, ein Song meines vorherigen Albums und Marc von 4hero hat einen meiner liebsten Drum ’n’ Bass-Remixe von „Lost“ produziert.
Die Zusammenarbeit mit Mousse T. war für mich die Erfüllung eines Traums, denn ich verfolge und liebe seine Arbeit schon seit Jahren. Mit seinem intuitiven Gespür für Rhythmus und Emotion hat er die Seele meines Songs „Amin Bird“ eingefangen und ihm gleichzeitig einen pulsierenden Dancefloor-Beat verliehen.
Hier könnt ihr in den Remix reinhören und euch drei verschiedene Versionen davon sichern:
Du lebst dich auf vielerlei Art und Weisen kreativ aus – Schauspielerin, Autorin, Musikerin. Wie beeinflussen sich diese verschiedenen Ausdrucksformen gegenseitig?
Für mich gehören alle diese kreativen Ausdrucksformen eng zusammen. Sie inspirieren und beflügeln sich gegenseitig und die Grenzen dazwischen sind fließend. Eines meiner Lieblingszitate ist von Maya Angelou: ,Man kann Kreativität nicht aufbrauchen. Je mehr man sich ihrer bedient, desto mehr wächst sie.‘ Die Musik gibt mir die Möglichkeit all meine kreativen Seiten zu vereinen und voll auszuleben. Letztendlich ist doch alles Storytelling.
„Pure Good Vibes“ wird als dein bislang intimstes und emotionalstes Werk beschrieben – was macht dieses Album so persönlich für dich?
Natürlich habe ich in meinen früheren Alben auch Persönliches verarbeitet. Aber mit „Pure Good Vibes“ wollte ich noch tiefer gehen – ohne Sicherheitsnetz. Das hört man vor allem in meinem Gesang. Wir haben teilweise Aufnahmen meiner Stimme verwendet, die direkt beim Songschreiben aus der Emotion des Moments entstanden sind. Die sind nicht immer perfekt, aber genau diese Brüche berühren oft am meisten.
Im Herbst kommst du für drei exklusive Shows nach Deutschland zurück – was dürfen deine Fans erwarten. Sind Überraschungen oder Special Guests geplant?
Bei den Konzerten werde ich natürlich das Motto meines Albums „Pure Good Vibes“ in vollen Zügen feiern. Die Zuschauer können sich auf eine groovige Mischung aus Soul, Jazz, Reggae und mitreißenden Beats freuen. Ich werde von meiner fantastischen Band aus London begleitet, mit der ich schon seit sechs Jahren zusammenspiele. Und jeder, der uns schon einmal live erlebt hat, weiß: Wir sind immer für die eine oder andere Überraschung gut!
„Amin Bird (Mousse T. Remix” von Ada Morghe ist am 15. Juli 2025 via Lalabeam Records erschienen. Hier geht es zu den Tickets für die Deutschland-Tour zum Album „Pure Good Vibes“.
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