Sven Fröhlich und Lars Rühlemann alias Monkey Safari haben ihr neues Album „Love Will Set U Free“ angekündigt. Das Duo aus Halle legt seit nunmehr vielen Jahren eine exponentiell steigende Entwicklungskurve hin, die mit dem neuen Album ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Erneut meistern die beiden die musikalische Gratwanderung zwischen Dancefloor und gemütlichen Abenden auf dem Sofa und liefern eine sommerlich-sonnige LP mit Einflüssen von Deep House, Garage, Breakbeat und Pop, stets im Zeichen von Rhythmus und Groove. Wir haben mit Lars Fröhlich über den Erfolg von Monkey Safari gesprochen.

Erzähl uns doch kurz etwas über eure gemeinsame Historie. Wie ist das Projekt Monkey Safari entstanden?
Wir kennen uns bereits seit vielen Jahren, da wir beide aus Halle stammen. Mit der Eröffnung des Charles Bronson und der gleichzeitigen Gründung unseres ersten Labels haben wir dann angefangen, immer öfter gemeinsam Musik zu machen. Daraus ist dann das Projekt entstanden, das uns jetzt schon über zehn Jahre begleitet.

Wie startet ein klassischer Tag im Studio?
Mit Kaffee und einem morgendlichen Meeting für To-Dos und Co. Unser Alltag besteht leider nicht ausschließlich aus Studioarbeit, aber eine gute Struktur hilft uns dabei, die Zeit, die uns zur Verfügung steht, möglichst effektiv zu nutzen.

Gibt es eine spezielle Rollenverteilung im Studio?
Ich komme oft mit Track-Ideen und groben Arrangements um die Ecke, die wir uns dann zusammen anhören und analysieren. Danach beginnt meistens der Feinschliff, bei dem jeder seine Vorstellung in den Topf wirft.

Kam es schon einmal zu Differenzen hinsichtlich eines Tracks? Wie geht ihr mit Unstimmigkeiten um?
Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung, aber gerade diese Reibung fördert den kreativen Prozess unglaublich gut. Wir sehen unsere verschiedenen Sichtweisen auf die Musik als großen Vorteil. Darüber hinaus haben Sven und ich ja zudem jeweils noch ein eigenes Solo-Projekt, wo wir uns individuell entfalten können. Bei Sven ist das DJ Island, bei mir Borneo.

Hat sich eure Studioaktivität während der Pandemie verändert?
Sie ist auf jeden Fall stark gestiegen. Keine Gigs am Wochenende und keine internationalen Touren sorgen für eine Menge Zeit, die gefüllt werden möchte. Wir sind nicht die Typen, die ruhig sitzen können. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Gibt es ein bestimmtes Ritual, das ihr vor euren Gigs oder im Studio zelebriert?
Abends, nach getaner Arbeit, gibt es einen Gin Tonic und einen Moscow Mule auf der Studioterrasse.

Gibt es einen gemeinsamen Moment (auf der Bühne, im Club oder im Studio), an den ihr euch besonders gerne zurück erinnert?
Unser neues Album ist, bedingt durch die Pandemie, ausschließlich im Studio entstanden. Während des kompletten Produktionsprozesses hatten wir quasi keine Möglichkeit, Tracks vor Publikum zu testen. Als wir dann im Mai in Moskau zum ersten Mal wieder live vor einer Crowd spielen und unsere neuen Songs ausprobieren konnten, war das ein unbeschreibliches Gefühl. Die Reaktion der Leute und der positive Vibe waren überragend.

Auf welchen Track seid ihr besonders stolz – und warum?
Man könnte jetzt sicherlich einige nennen, aber ich denke, es ist tatsächlich „Love Will Set U Free“, der Aufhänger-Track des Albums. Er verkörpert zum einen unsere Wurzeln innerhalb des klassischen House und der Breakbeat-Musik der 90er, zum anderen transportiert er aber auch eine Message, die aktueller nicht sein könnte: In Zeiten, in denen Hass um sich schlägt, kann man dem Ganzen unserer Meinung nach nur mit Liebe begegnen.

„Love Will Set U Free“ ist am 6. August auf dem von Monkey Safari gegründeten Label Hommage erschienen.

 

Aus dem FAZEmag 114/08.21
Text: Milan Trame
www.instagram.com/monkeysafari.ofc