Arbeiten als Duo – Mount Kimbie

Foto: Bolade Banjo

Sie hören einfach nicht auf, gute Musik zu machen: Mount Kimbie. Das britische Duo, bestehend aus Dominic Maker und Kai Campos, existiert mittlerweile seit 14 Jahren und sollte Elektronik-Liebhaber*innen spätestens seit seinem Mega-Erfolg „Made To Stray“, der übrigens einen fabelhaften Remix von DJ Koze erhielt, ein Begriff sein. Mit „MK 3.5: Die Cuts | City Planning“ veröffentlichen Mount Kimbie nun eine grandiose Doppel-LP, die von den individuellen Erfahrungen der beiden Protagonisten aus den letzten drei Jahren geprägt ist. Zeit für einen kleinen Smalltalk.

14 Jahre arbeitet ihr bereits zusammen. Könnt ihr euch noch an eure erste Koproduktion erinnern?

Kai: Dom hat damals einen Film über Seemöwen gedreht und ich habe für die musikalische Untermalung gesorgt. Daraus ist dann unsere erste EP entstanden.

Seit eurem letzten Full Album ist eine Menge Zeit verstrichen. Was dürfen wir nun von „MK 3.5: Die Cuts | City Planning“ erwarten?

Dominic: Zwei Alben zum Preis von einem. Wir haben viel gearbeitet und der Outcome sind zwei Collections, die stark von unseren individuellen Erfahrungen der letzten drei Jahre geprägt sind. Kai hat in dieser Zeit hauptsächlich als DJ und Produzent in London gearbeitet, und ich habe für andere Künstler*innen in Los Angeles produziert. Beide Alben haben also ihren ganz persönlichen Touch.

Wie startet bei euch ein klassischer Tag im Studio? Irgendwelche Routinen?

Dominic: Ich bin ein Mensch, der keine Routine braucht. Ich mache mir einen Kaffee und dann wird fünf bis sechs Stunden am Stück gearbeitet.

Mit welchem Gear arbeitet ihr am liebsten?

Kai: Ich liebe die 606, den Moog DFAM, den Leploop und den Roland JV-1080-Synthesizer. Außerdem muss man selbstredend Ableton nennen, denn dieses Programm ist einfach unglaublich und bietet schier endlose Ansätze, um kreative Musik zu machen.

Gibt es bei euch im Studio eine Art Rollenverteilung?

Kai: Nein, eigentlich nicht. Für unser nächstes Projekt („MK4“) wird sich Dom allerdings primär dem Schreiben von Vocal-Melodien widmen, wohingegen ich mich auf das Gitarrespielen fokussieren werde.

Im Duo zu arbeiten, bietet zahlreiche Vorteile. Aber gibt es eurer Meinung nach auch Nachteile?

Dominic: Kollaborativ zu arbeiten, ist nicht besser oder schlechter, es ist schlichtweg anders und wir arbeiten auf beide Arten sehr gerne!

Was bewundert ihr an eurem Partner?

Dominic: Kais Liebe zum Detail und zum Klang. Sein Mixing ist brillant, er kann Gitarre, Keys, Bass und Schlagzeug spielen … Alles Dinge, von denen ich wünschte, ich könnte sie, haha.

Kai: Dom ist hervorragend darin, seinen Instinkten zu vertrauen und sich nicht selbst im Weg zu stehen. Das ist etwas, das ich immer wieder zu lernen versuche.

Gibt es einen Track, auf den ihr besonders stolz seid?

Dominic: Schwer zu sagen, aber ich glaube, ich würde mich für „Made To Stray“ entscheiden, einfach, weil ich denke, dass dieser Track die meisten Leute glücklich gemacht hat, wenn wir ihn gespielt haben.

„Die Cuts | City Planning“ erscheint am 4. November via Warp Records.

Aus dem FAZEmag 129/11.2022
Foto: Bolade Banjo
www.mountkimbie.com