
Heidelberg (Neckar), wo die Wellen nicht hoch, aber die Stimmung offenbar schon mal höher schlagen kann. Die Wasserschutzpolizei hat einem Kapitän auf Abwegen die Lust am Schippern gründlich verdorben – oder sagen wir lieber: das Ruder aus der Hand genommen. Grund: Der Mann war nicht ganz nüchtern. Genauer gesagt: Er war ziemlich bekifft.
Es fing alles ganz harmlos an – oder zumindest so harmlos, wie es eben sein kann, wenn ein Frachtschiff mehrmals gegen eine Schleusenwand bummst wie ein schlecht programmierter Boot-Simulator. Laut Polizei musste der Kapitän bereits beim Einfahren in die Schleuse mehrfach den Kurs korrigieren – was eher so aussah wie ein Zickzack-Kurs auf LSD, nur mit schwerem Gerät.
Ein Polizeisprecherin sagte, man habe schnell gemerkt: Da stimmt was nicht. Ein freiwilliger Drogentest (Respekt für die Freiwilligkeit an dieser Stelle) brachte dann Licht ins grüne Dunkel – THC war im Spiel. Der Mann war offenbar nicht nur Kapitän, sondern auch passionierter Passiv-Raucher… von sehr aktivem Cannabis.
Der Kapitän, der keiner war – und sein Matrose auch nicht
Aber das war erst der Anfang der skurrilen Bootsfahrt. Wie sich herausstellte, hatten weder der Kapitän noch sein einziger Matrose etwas dabei, was man im Schifffahrtsjargon „Befähigungsnachweis“ nennt – also das, was man auf dem Land „Führerschein“ nennt und ohne das man kein Auto, geschweige denn ein mehrere Tonnen schweres Frachtschiff durch eine Schleuse schubsen sollte.
Ob der Mann tatsächlich ein Kapitän war oder sich nur in der Faschingsabteilung ein Matrosenhemd gekauft hatte, ist noch unklar. Fest steht: Fahren durfte er das Ding nicht. Und sein Matrose war wohl eher sowas wie „Praktikant für Alles“ – außer für Matrosenaufgaben.
Wer jetzt denkt, damit sei der Tiefpunkt erreicht – falsch gedacht. Auch die Frachtpapiere für den geladenen Abfall waren… nun ja… irgendwie nicht da. Und bei einem der Papiere, die dann doch noch hervorgekramt wurden, besteht laut Polizei sogar der Verdacht auf – Trommelwirbel – Urkundenfälschung. Man kann sagen: Wenn schon illegal, dann wenigstens mit vollem Einsatz.
Die Wasserschutzpolizei hat die Weiterfahrt des Schiffs am Donnerstag untersagt. Damit war die Kreuzfahrt auf dem Neckar – oder besser gesagt die „Chaosfahrt mit Hindernissen“ – offiziell beendet. Die Ermittlungen laufen, und man kann nur hoffen, dass demnächst wieder nur die Enten bekifft wirken.
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